Wildschweine besuchen Grünfläche

Wildschweine pflügen Spielplatz in Nachrodt kräftig um

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Die Spuren des Besuches sind deutlich zu sehen.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Sie sind wieder da“, schreibt ein Leser dem AK: „Die Wildschweine haben in der vergangenen Nacht den Spielplatz in Nachrodt, In der Dellen, fleißig umgegraben.“ Die Spuren des offenbar nächtlichen Besuches sind mehr als deutlich zu sehen.

Als erfahrener Jäger weiß Karl-Heinz Tacke, dass die Tiere zwar viel  unterwegs sind, sich aber andererseits in bestimmten Gebieten bevorzugt aufhalten: Rund um Drescheid und Oevenscheid gebe es solche Flächen.

Zwar gebe es naturgemäß keine gesicherten Zahlen über die tatsächlichen Bestände, aber Tacke ist sich sicher: „Der Bestand ist deutlich zurückgegangen.“ So wurden in den Revieren des Hegerings im vergangenen Jagdjahr rund 600 Stück Schwarzwild erlegt. Zum Vergleich: Im Jagdjahr 2012/13 waren es rund 400. In seinem eigenen, rund 100 Hektar großen Revier hat Tacke seit April 2918 – dann beginnt das Jagdjahr – bisher vier Wildschweine zur Strecke gebracht. Im Vorjahr waren es immerhin noch 36. Auch das deute auf einen deutlichen Rückgang der Bestände, meint der Waidmann.

Wildschweine machen sich über Gärten am Friedhofsweg her

Andererseits verhalten sich die Tiere vorsichtig: „Die sind sehr clever.“ Wenn irgendwo geschossen worden sei, „dann machen sie einen weiten Bogen um die Kanzel.“ Unter den Jägern gelte eine Faustregel. Bis zu zwei Schweine pro 100 Hektar gingen in Ordnung, „ansonsten sollte man eingreifen.“ 

Zu viele Eicheln sorgen für den Angriff auf Grünflächen

Aber zurück zu den „schwarzen Wiesen“: Wildschweine haben nämlich offenbar durchaus auch eine bequeme Seite. Wenn sie in den Wäldern einen reich gedeckten Eichel-Tisch vorfinden, gebe es wenig Veranlassung für die Tiere, weite Wege zu marschieren.

Dadurch sinkt für sie zwangsläufig die Wahrscheinlichkeit, irgendwo ins Visier eines Jägers zu geraten. Gerade die Eichelmast ist aber auf der anderen Seite ein Grund dafür, dass viele Menschen die Spuren nächtlicher Wildschweinzüge auf „schwarzen“ Wiesen vorfinden. Wenn die Eicheln nämlich Hauptnahrungsmittel sind, entwickeln die Tiere einen Überhang an pflanzlicher Stärke. Ihnen fehlt dann tierisches Eiweiß, und sie begeben sich auf die Suche nach Würmern und Engerlingen. Dabei muss dann so manche Grünfläche dran glauben.

Gegen Wildschweine ist Handeln gefragt

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