"Alarm für Cobra 11" in Wörden

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Jetzt liegt der Wagen etwas oberhalb der Hessenkurve im Gestrüpp auf dem Dach.

 Nachrodt-Wiblingwerde - Die Macher der Actionserie „Alarm für Cobra 11“ hätten sich die Geschichte wohl kaum besser ausdenken können: Einer Streife fällt ein Fahrzeug auf. Die Beamten wollen es routinemäßig stoppen. Sofort beginnt eine Verfolgungsjagd, die in einem Unfall mit spektakulärem Überschlag und anschließender Flucht zu Fuß gipfelt. Nur ist dies keine erfundene Geschichte, sondern wirklich passiert – und zwar am Dienstagabend bei Wörden.

 Die Geschichte beginnt gegen 17.35 Uhr im Nahmer Tal. Zwei Polizisten fahren Streife. Ihnen fällt ein Fahrzeug auf, dessen Fahrer nicht ganz sicher in seiner Fahrweise erscheint. Als sie sich nähern, entdecken sie, dass der Mann am Steuer Alkohol trinkt. Die Beamten wollen den Fahrer stoppen, um ihn zu kontrollieren. „Der Mann reagierte nicht auf die Stoppsignale und trat aufs Gas“, erzählt Dietmar Boronowski, Sprecher der Märkischen Kreispolizeibehörde.

 Es beginnt eine Verfolgungsfahrt. Die Beamten forderten sofort Verstärkung an. Zunächst von den Hagener Kollegen und dann aus Altena. „Es war schnell klar, dass der Mann die Gemeindegrenze passieren wird, also sind unsere Einheiten ihm entgegen gefahren“, sagt Boronowski. Insgesamt sechs Streifenwagen sind im Einsatz. Vom Nahmertal aus geht es über die schmale Straße mit den steilen Kurven hinauf in Richtung Wörden.

 Das Tempo wird erhöht. Von Wiblingwerde aus nahen aber auch die Kollegen aus Altena. Als der Fahrer kurz vor Wörden aus dem Wald herauskommt, lenkt er sein Auto plötzlich nach links auf die Wiese – durchbricht den Weidezaun und rast rund 150 Meter den Hang hinunter. Das Auto überschlägt sich und bleibt schließlich etwas oberhalb der Hessenkurve im Gestrüpp auf dem Dach liegen. Doch damit nicht genug. Der Fahrer klettert sofort aus dem völlig demolierten Wagen uns setzt seine Flucht zu Fuß fort. Er rennt ins Unterholz, die Beamten hinterher. Sie können den Fahrer schließlich stellen.

 Wer jetzt denkt, das sei ein junger Bursche gewesen, der irrt. Ein 59-jähriger saß am Steuer. Leicht verletzt wurde er mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Vor einem größeren Rätsel stehen jetzt die Bergungstrupps, denn noch ist unklar, wie das Fahrzeug geborgen werden soll. Am Abend, in der Dunkelheit, war dies unmöglich. Von oben ist es schwierig, da die Wiese so steil ist, dass nicht einmal ein Traktor dort fahren kann. Von unten fehlt der Platz für schweres Gerät, die Brombeersträucher sind dicht und Bäume stehen im Weg. Der Fahrer wurde derweil im Krankenhaus behandelt. Eine Blutprobe wurde ebenfalls entnommen und der Führerschein sichergestellt. Wie hoch der Sachschaden ist,  steht noch nicht fest.

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