Wild entschlossen zur Versöhnung mit dem Vater

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Der verkaufsfreudige Versicherungsvertreter Erwin Leisentritt (Michael Krüger) geht dem rechthaberischen Adalbert Kröt (Christian Schmidt) gehörig auf die Nerven. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Wenn selbst die „Brettken“-Schauspieler während der Proben zum wiederholten Mal über sich selbst lachen müssen, verspricht die Auswahl des Stücks sicherlich auch beim Publikum gut anzukommen. Das Schauspielensemble „Brettken am Drögen Pütt“ studiert seit Mitte Februar das Lustspiel „Der 31. November“ von Thomas Gehring ein.

Zehn Akteure werden auf der Bühne zu sehen sein, unter ihnen ein Neuling: Andreas Schlenstedt ist erst kürzlich in den Kreis der Amateurschauspieler eingetreten. Bei der wöchentlichen Probe am Montag war der neue Mann aus beruflichen Gründen allerdings nicht mit von der Partie – sein Einsatz war im Nachtdienst gefragt. Doch Regisseur Dr. Michael Podworny ist überzeugt, mit Schlenstedt einen weiteren talentierten Darsteller im Ensemble zu haben, der bei seinem ersten Auftritt in einer Nebenrolle zu sehen sein wird. Generell müsse sich das „Brettken“ nicht über Nachwuchsprobleme sorgen, so Podworny. „Wir hatten vor Jahren zwar mal einen Frauenüberhang, aber auch das hat sich wieder gegeben.“

Ebenfalls während der Probe ersetzt werden musst eine der Hauptdarstellerinnen. Britta Podworny, eine der am längsten Aktiven übernahm diesen Part. Die 35-Jährige stand mit 14 Jahren zum ersten Mal auf der Bühne. „Meine Mutter hat mich zum Brettken mitgenommen“, erinnert sie sich. Aus ihrem Jugendtraum, einmal Schauspielerin zu werden, ist zwar auf professioneller Ebene nichts geworden, dafür ist Britta Podworny in ihren 21 Jahren Amateurtheater in mehr als 25 Rollen geschlüpft. „Man kann unheimlich vielfältig sein“, das sei für sie an der Schauspielerei am reizvollsten. „Ich habe auch schon Männer gespielt und Tiere“, erzählt Britta Podworny. Vor allem Letztere verkörpert sie am Liebsten. Die Märchenspiele des „Brettken“-Theaters machen ihr sogar noch mehr Spaß, „weil man die Kinder dabei toll mit einbeziehen kann“. Nach den Sommerferien will das Amateurtheater wieder ein Märchenstück auswählen, das in der Vorweihnachtszeit präsentiert werden soll. „Dann bin ich hoffentlich wieder mit dabei“, hofft Britta Podworny auf ihre nächste Rolle. Auch ihr jüngster Sprössling, der kleine Felix, habe schon Interesse bekundet, in die Fußstapfen seiner Mutter treten zu wollen.

Bis „Der 31. November“ jedoch Premiere feiern kann, muss auch die Kulisse im Festsaal der Rastatt noch errichtet werden. Ein Wohnzimmer, der Ort allen Geschehens auf der Bühne, soll entstehen. Das „Brettken“ kann zwar auf einen Fundus zurückgreifen, dennoch bleiben kleinere Arbeiten nicht aus. Kulissenteile können kaputt gehen oder vermodern. „Das muss ausgetauscht werden“, erklärt Regisseur Podworny. Außerdem werden die einzelnen Teile je nach Stück entsprechend gestaltet. „Wir malen und tapezieren dann vieles neu.“ Diese Arbeiten erledigt das Team kurze Zeit vor der Premiere. „Allerdings müssen wir rechtzeitig zur Generalprobe damit fertig sein. Die soll nämlich immer in der Kulisse stattfinden“, so der Regisseur.

„Das Stück spielt in einer Alltagssituation“, macht Regisseur Podworny neugierig auf die Ereignisse, die sich schon bald auf der Bühne abspielen werden. Seit fünf Jahren hängt bei Familie Kröt der Haussegen schief. Tochter Annemarie hat in den Augen ihres Vaters einen Versagertypen geheiratet. Die Kommunikation zwischen Tochter und Vater funktioniert nur noch über die Mutter. Doch nun ist Annemarie zur Versöhnung bereit – damit nichts schief geht, hat sie ein Theaterstück ausgearbeitet. Sowohl ihre Mutter als auch ihr Mann Peter sind in den gut gemeinten Plan eingeweiht. Doch wie es bei einem Lustspiel eben sein muss, geht so allerhand schief. Der erste Versöhnungsversuch scheitert kläglich. Annemarie lässt sich jedoch nicht unterkriegen – der zweite Anlauf erfolgt nur einen Tag später, eben am „31. November“. Allerdings beschleicht den Vater das dumpfe Gefühl, alles schon einmal erlebt zu haben, denn sowohl der Versicherungsvertreter als auch die Möbelpacker klingeln erneut an der Haustür und bringen noch einmal jede Menge Wirbel ins Krötsche Wohnzimmer.

Premierentag ist Mittwoch, 29. Juni – weitere Aufführungen sind für den 2. und 3. Juli sowie für den 6., 9. und 10. Juli im Festsaal der Rastatt geplant. Alle Aufführungen beginnen um 20 Uhr, Einlass ist allerdings bereits eine Stunde vorher. Karten gibt es in Nachrodt ab sofort im Gasthaus Zur Rastatt und in der Post-Filiale Mothes, in Wiblingwerde bei Schreibwaren Dresel, in Altena in der Buchhandlung Katerlöh und in Lüdenscheid (Oberstadt) bei Schubidu. Der Eintritt kostet sechs Euro, ermäßigt drei Euro. ▪ sr

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