"Du bist jetzt leise, sonst nimmst du Klavierunterricht"

Großes Ehemaligen-Treffen mit Volksschullehrer Dieter Danz

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Das große Wiedersehen wurde im Schlosshotel Holzrichter gefeiert.

Nachrodt-Wiblingwerde -  Er war ein ganz besonderer Lehrer, der seinen Schülern mehr als nur Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelte. Er machte sie fit fürs Leben – und davon profitieren sie noch heute – und das nach mehr als 50 Jahren. Die Rede ist von Volksschullehrer Dieter Danz.

Danz war 22 Jahre alt, als er nach Veserde kam. 60 Jahre ist das nun her. Große Erfahrung als Lehrer hatte er nicht. Aber er hatte das Herz am rechten Fleck und unterrichtete seine Schüler mit Leidenschaft, Musik und Konsequenz. So zumindest beschrieben ihn seine ehemaligen Schüler. Die trafen sich nämlich am Samstagabend im Schlosshotel Holzrichter. Und es war kein gewöhnliches Klassentreffen.

Eingeladen waren alle Schüler, die Danz in seiner Zeit in Veserde – also von 1957 bis zur Schulschließung 1968 – unterrichtete. Insgesamt 79 waren eingeladen und weit mehr als 50 kamen. Einige nahmen dafür sogar eine mehrstündige Autofahrt in Kauf. Der Abend war eben eine Hommage an einen besonderen Lehrer.

Und so strahlte Dieter Danz. Mit leuchtenden Augen begrüßte er jeden Einzelnen seiner ehemaligen Schüler. Nur ganz selten musste er kurz nach dem Namen fragen. Immer wieder vertiefte er sich in Gespräche, hörte sich die Lebensgeschichten seiner einstigen Schützlinge an. 

Und eines machte ihn stolz: Aus jedem einzelnen sei ein toller Mensch geworden, der auf eigenen Beinen stehen könne. „Dieter Danz hat uns gelehrt, sozial stark zu sein, das Miteinander zu pflegen, für einander da zu sein, Konflikte zu lösen und vor allem eigene Lösungen zu finden und für unseren Erfolg zu kämpfen. Davon profitieren wir heute noch alle“, sagte Gerd Schröder, der das Treffen organisiert hatte.

 Die Idee dazu sei auf dem 90. Geburtstag von Rita Kumke entstanden. Ein ähnliches Treffen habe es bereits vor 20 Jahren geben und nun nach 60 Jahren sei es einfach noch einmal an der Zeit gewesen. „Auch ich habe einigen hier im Raum viel zu verdanken. Als ich nach Veserde kam, wusste ich nichts, kannte mich nicht aus und als einziger Lehrer konnte ich ja auch niemanden fragen. Da haben mir meine Schüler, gerade die älteren, sehr geholfen“, erinnerte sich Danz. Sie hätten ihm gezeigt, wo die Materialien sind und wie der Tagesablauf aussieht.

Aber die Schüler haben von Danz auch viel bekommen. So ging es im Winter zum Schlittenfahren, im Sommer wanderten die Kinder mit ihrem Lehrer nach Henkhausen zum Schwimmen. Und sogar kleinere Klassenfahrten, beispielsweise in die Eifel, gab es. Danz’ zweite große Leidenschaft neben seinen Schülern galt der Musik. So durfte auch die im Unterricht nicht fehlen. „Jede Stunde begann mit einem Lied“, erinnerte sich einer der Schüler. Und wenn jemand gar nicht hören wollte, gab es die Drohung: „Du bist jetzt leise, oder du musst Klavierunterricht nehmen.“ Die war natürlich nicht ganz ernst gemeint.

Für die kleineren Kinder habe es zudem Blockflötenunterricht gegeben. Das Größte für die Schüler waren die Geburtstage. Hatte ein Schüler seinen Ehrentag, wurde dieser auch gefeiert. Nach der zweiten Stunde wurde der Unterricht beendet und die Spiele ausgepackt.

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