Wieder Ärger bei der SPD: Ronny Sachse legt Ämter nieder

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Ronny Sachse (r.) legt seine SPD-Ämter nieder. Die Gerüchte, er habe sich mit SPD-Ratsherr Aykut Aggül (l.) überworfen, kommentiert er nicht.

Nachrodt-Wiblingwerde –Paukenschlag bei der SPD: Ronny Sachse legt seine Ämter nieder - wegen zwischenmenschlichen Problemen.

Ronny Sachse legt seine Ämter nieder. Ende des Jahres nimmt er seinen Hut als Parteivorsitzender der SPD, bereits am Samstag (23. November) gibt er den Posten als stellvertretender Fraktionsvorsitzender ab. 

Damit gibt es erneut einen personellen Paukenschlag bei den Sozialdemokraten, die sich in den vergangenen Monaten mühsam von den internen Querelen erholt hatten. 

Es gibt augenscheinlich erneut Probleme untereinander und miteinander. „Ich hatte mir die Zusammenarbeit im Vorstand anders vorgestellt, da greifen die Zahnräder leider nicht so gut ineinander“, begründet Ronny Sachse seine Entscheidung. 

Sachse: "Läuft nicht, wie ich es mir vorgestellt hatte"

Er nennt zwar nicht Ross und Reiter, möchte aber auch nicht seinen beruflichen Stress als offizielle Stellungnahme vorschieben. „Ich möchte das nicht an die große Glocke hängen. Wir haben im kommenden Jahr Kommunalwahl, und ich möchte natürlich, dass meine Partei gut abschneidet. Streitigkeiten sorgen nur dafür, dass man sich mit sich selbst beschäftigt “, sagt Ronny Sachse. "Ja, es läuft nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte, aber ich möchte mich selbst nicht so wichtig nehmen.“ 

Und jetzt sei der richtige Zeitpunkt, ein Team aufzustellen, das die Kommunalwahl vorbereiten kann. Ob es direkt Neuwahlen im Vorstand geben wird, steht noch nicht fest, es ist aber wahrscheinlich. „Das muss der Vorstand entscheiden. Ich halte das für sinnvoll“, sagt Ronny Sachse. 

Eigentlich stehen erst im Mai 2020 Vorstandswahlen an, doch im September sind bereits Kommunalwahlen. Die Weichen jetzt zu stellen, findet Ronny Sachse wichtig. Er selbst wird in dieser Legislaturperiode auch weiterhin Ratsmitglied für die SPD sein – nur nicht mehr an vorderster Front. 

Gerücht: Zerwürfnis mit Aykut Aggül

„Natürlich habe ich mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich habe im Vorfeld mit allen telefoniert. Ich begehe keine Fahnenflucht. Da ich Ende des Jahres den Parteivorsitz abgebe, gibt es noch eine Übergangsfrist.“

Das Gerücht, dass sich Ronny Sachse mit Aykut Aggül überworfen hat, dementiert er nicht, bestätigt es aber auch nicht. „Ich nenne keine Personen, das gehört sich nicht. Und es würde uns auch nicht weiterhelfen.“ 

Ronny Sachse nahm im vergangenen Jahr den Posten als Parteivorsitzender an, als die Fraktion ein einziger Scherbenhaufen war. „Es gab eine Situation Spitz auf Knopf, da hat nicht viel gefehlt, und die Partei wäre auseinandergeflogen. Ich habe versucht, die Enden zusammen zu kriegen. Und das ist mir gelungen. Wir haben den Zusammenhalt geschafft, es konnte weitergehen.“ 

Schröder: "Entwicklung ist ein Trauerspiel"

Ob das Fundament, das er legen konnte, stabil genug ist, einen erneuten Erdrutsch zu überstehen, wird sich zeigen. Entsetzt über die Geschehnisse ist Gerd Schröder. „Ich bin zwar mittlerweile abgehärtet, aber die Entwicklung des SPD-Ortsvereins ist wirklich ein Trauerspiel“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende. „Ich habe mit Ronny gut zusammen gearbeitet und bedaure seinen Rücktritt sehr“, so Gerd Schröder. Das Fundament in der SPD sei zwar stabil, aber das Personal sei nicht unendlich. Am Montag, 25. November, steht eine öffentliche Fraktionssitzung ab 19 Uhr im Parteibüro an. Dann wird der Posten des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden neu vergeben.

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