Widersprüchliche Aussagen

Nachrodter Bankraub: Trug Täter gar keine Maske?

+
Nach dem Überfall auf die Sparkasse in Nachrodt fahndet die Polizei noch immer nach dem Täter.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Eine Woche nach dem Überfall auf die Sparkassen-Filiale in Nachrodt sucht die Polizei noch immer nach dem Täter. Die bisherigen Spuren haben den Ermittlern offenbar nicht genügend Hinweise auf die Identität des Mannes geliefert, der am Dienstagmorgen vergangener Woche einen Bargeldbetrag in nicht genannter Höhe erbeutet hat.

Nach wie vor sucht die Polizei also nach einem etwa 1,65 Meter großen Mann mit hellen Augen, der zum Zeitpunkt des Überfalls eine dunkelgrüne Jacke mit Pelz- oder Pelzimitatkragen und darunter einen dunklen grob gestrickten Pullover getragen haben soll. Davon, dass er bei dem Überfall tatsächlich eine Maske getragen hat, sind die Ermittler inzwischen nicht mehr ganz überzeugt. Nach Aussage von Polizeisprecher Dietmar Boronowski widersprechen sich die Augenzeugen in diesem Punkt offenbar. Möglich sei auch, dass der Räuber nur den mit Augenschlitzen versehenen Kragen seines Pullovers hochgezogen gehabt habe, um von den Bankangestellten nicht erkannt zu werden und auf den Bildern der Überwachungskamera nicht identifizierbar zu sein.

Lesen Sie auch:

Polizei sucht weitere Bankraub-Zeugen

Ob die Fotos der Überwachungskamera an die Öffentlichkeit kommen, ist nach wie vor unklar. Nach den Worten des Polizeispechers stehen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft darüber und die Genehmigung des Gerichts noch aus. Auch ermittlungstaktische Gründe der Polizei könnten bei dieser Entscheidung noch eine Rolle spielen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Polizei dem Bankräuber im Zuge der nachfolgenden Ermittlungsarbeit noch auf die Spur kommt, ist statistisch gesehen übrigens relativ groß. Bei drei Banküberfällen, die im Jahr 2011 im Märkischen Kreis verübt worden sind, betrug die Aufklärungsquote 100 Prozent, bei einem Delikt aus dem Jahr 2012 ermittelt die Polizei immer noch. Für 2013 liegen noch keine Zahlen vor. Wer erwischt wird, dem droht übrigens schon beim ersten Mal mindestens ein Jahr Freiheitsentzug. Bringen die Täter als Drohkulisse Waffen zum Einsatz, so steigt das Mindeststrafmaß von einem auf satte fünf Jahre.

Hinweise auf den Bankräuber von Nachrodt erbittet die Polizei unter Tel. 02352/91990. - Volker Griese

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare