Hypnosetherapeutin verblüfft die Landfrauen

+
Hypnosetherapeutin Christiane Aigner aus Wiblingwerde berichtete den Landfrauen über höchst erstaunliche Aspekte ihrer Arbeit. Ihre Zuhörerinnen schwankten zwischen Staunen und Skepsis.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Für die einen ist sie Kirmes-Kunst oder Hexerei, andere wittern eine gefährliche Manipulation: Lange Zeit hatte die uralte Technik der Hypnose, die schon die Sumerer kannten, einen sehr schlechten Ruf. Doch allmählich erobert sie sich einen Platz in der Medizin zurück.

Bei den Wiblingwerder Landfrauen berichtete Hypnosetherapeutin Christiane Aigner von ihrer Arbeit. Die 50-Jährige arbeitet seit zwei Jahren als Hypnosetherapeutin. Nachdem sie bei einem großen Mineralölkonzern als Projektmanagerin gearbeitet und Trainings für Führungskräfte durchgeführt hatte, stellte sie bei sich selbst Burn-out-Syndrome fest. „Ich habe mich dann entschieden, einen ganz andere Weg zu gehen und Menschen zu helfen, denen es psychisch und psychosomatisch nicht so gut geht“, erklärte sie den Landfrauen, wie sie selbst zur Hypnose gefunden hatte. Aigner absolvierte eine Ausbildung zur Heilpraktikerin Psychotherapie und zur Psychologischen Beraterin. Heute arbeitet sie in ihrer Praxis in Wiblingwerde vor allem auf Basis der Methoden des Amerikaners Milton Erickson, der als moderner Held der Hypnose gilt. Sie lässt aber auch Erkenntnisse der Zellforschung einfließen.

„Hypnose funktioniert bei jedem Menschen, dessen Gehirnströme normal laufen“, erklärte Aigner den Frauen, nachdem sie sie mit auf eine „Entspannungsreise“ genommen hatte. „Das ist er Zustand, in dem ich mit meinen Patienten arbeite“, erklärte sie, dass Menschen durch diese Art der Hypnose keineswegs „willenlos“ gemacht werden. Sie versetze ihre Patienten, oft auch sich selbst, in Trance, erklärte Christiane Aigner. So könne sie das Unterbewusstsein der Menschen erreichen. „Das Unterbewusstsein steuert unser Leben. Um es zu erreichen, müssen wir die Logik ausschalten – zum Beispiel durch Hypnose“, so die Therapeutin. Das Unterbewusstsein könne auf vielfältige Weise manipuliert werden, führte die Expertin aus und erinnerte nur an die Werbung. „Auch in der Hypnose manipulieren wir das Unterbewusstsein, indem wir Dinge anders darstellen, als sie eigentlich waren – aber im positiven Sinn“, so Aigner.

Viel Theorie, die Zuhörerinnen schwankten zwischen Skepsis und Staunen. Christiane Aigner beschrieb das „Museum des Ichs“, in dem sie mit ihren Patienten nach Erlebnissen im früheren Leben suche, die Ursache von Problemen sein könnten. Sie berichtete von Fällen aus ihrer Praxis, die sie auch in einem Buch („Heilung durch Hypnose“) niedergeschrieben hat. Sie erzählte von einem jungen Mann, den sie durch Hypnose von einer Autoimmunerkrankung geheilt haben will, und von einer Frau, deren Ursache für ein gestörtes Essverhalten sie in ihrer Kindheit ausgemacht habe will. Körperliche Beschwerden könnten durch Hypnose ebenso gelindert werden wie psychische Erkrankungen und psychosomatische Beschwerden. Hypnose könne bei der Raucherentwöhnung helfen und die Gewichtsreduktion erleichtern. Und es gebe sogar Fälle, in denen mit den Mitteln der Hypnose Krebs besiegt worden sei, berichtete Christiane Aigner. „Die Patienten müssen aber an die Selbstheilungskräfte glauben“, betonte sie.

Wer sich in hypnotherapeutische Behandlung begebe, sei seine Beschwerden in der Regel nach ein bis zwei Sitzungen, also nach zwei bis drei Stunden, los, beteuerte die Expertin. „Doch Vorsicht, es gibt auch Scharlatane“, warnte sie vor schwarzen Schafen der Branche. Mindestens die Ausbildung zum Heilpraktiker Psychotherapie solle jemand haben, der als Hypnosetherapeut arbeite, warnte Aigner. ▪ Volker Griese

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare