Wiblingwerder haben Fußball im Blick

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Jetzt wollen es die Wiblingwerder wissen: Während vor gut einem Jahr aktiver Fußball eher ein Fremdwort oder bestenfalls ein Hobby in Wiblingwerde war, wird dieser Sport nun ganz groß geschrieben.

Nachdem zunächst der TV Wiblingwerde eine Mannschaft ins Leben rief, ist nun auch die Grundschule im Fußball-Fieber. Doch bevor es richtig los ging, bedurfte es einiger wichtiger Vorbereitungen: Als erstes musste ein Trainer her, dann Trikots, Leibchen, Bälle und zu guter letzt ein neuer Stundenplan. All das haben die Grundschüler nun und präsentierten es am Freitagmittag stolz der Öffentlichkeit und den Vertretern des Fördervereins. Das Training ist bereits im vollen Gange. Das große Ziel: Die Märkische Schulmeisterschaft im kommenden Sommer.

Ein Anruf des Schul-Dezernenten Uwe Steinebach brachte den Stein ins Rollen. „Er rief vor den Sommerferien an um für die Schülermeisterschaften zu werben“, erinnert sich Schulleiterin Anja Ihme. Doch eine Fußballmannschaft gab es in Wiblingwerde bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Lediglich im Schulsport - und dann auch nur kurz - sei Fußball gespielt worden. „Herr Steinbach sagte damals: ,Was, wenn ich Ihnen einen Trainer besorge?’“ Klar, dass sich Anja Ihme das nicht zweimal sagen ließ. Kurz drauf stand Hardy Jecksties auf der Matte und stellte sich als der neue Fußballtrainer vor. Der Rentner und passionierte Fußballfan leitet seitdem die Grundschul-Fußball-Mannschaft. „Die Arbeit mit den Kindern macht mir Freude und hält mich fit. Solange ich kann, werde ich das auch weiter machen“, erklärt der 73-jährige. Und die Freude steht dem Fußballtrainer ins Gesicht geschrieben. Emotional und engagiert geht er ans Werk.

Bereits nach dreimaligem Training fuhren die Wiblingwerder zu den Kreismeisterschaften. „Wir haben dort besser abgeschnitten als erwartet. Platz 12 - immerhin.“, freut sich Ihme. Sie hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein Trainer so schnell einen Erfolg erzielt. „Ich versuche die Kinder möglichst spielerisch an den Sport heranzuführen. Die meisten haben keinerlei Vorkenntnisse, da ist Fingerspitzengefühl gefragt“, erklärt Jecksties weiter. Gebannt beobachten die Schüler ihren Trainer auf Schritt und Tritt.

„Besonders für die Jungs ist ein männlicher Ansprechpartner toll. Das Kollegium besteht nur aus Frauen. Und wenn der Mann dann noch Ahnung von Fußball hat, hat er natürlich alle schnell auf seiner Seite“, freut sich Ihme. Ein Pfiff und schon ist es mucksmäuschenstill in der Halle. Alle stehen still und warten gebannt auf die Trainingsanweisungen. Und die kommen Schlag auf Schlag: Dribbeln, Ballstoppen, Hinsetzen und Ball über den Kopf, Dehnen und Sprinten. Der Eifer der Schüler scheint schier unbändig. „Jedes Kind hat ein Trikot und einen Ball. Klar, dass die Kinder alle mächtig stolz sind, ich bin es ja auch“, verrät der Trainer.

Möglich gemacht hat dies der Förderverein der Grundschule. „Die Trainingseinheit ist freiwillig und wird für die Kinder als AG geführt“, erläuterte Schulleiterin Ihme. Aber fast alle sind dabei. Auffällig ist die Mädchenquote: „Das ist einfach cool. Herr Jecksties ist ein super Trainer“, berichtet Sarah im Vorbeilaufen, denn Pause machen gibt es nicht. Das große Ziel, die Schulmeisterschaft, immer vor Augen trainieren die Schüler einmal in der Woche hart. „Ich erhoffe mir natürlich eine vordere Platzierung. Ich denke, ich habe hier eine Menge Potenzial“, so der Trainer. Jetzt steht erst einmal Techniktraining auf dem Programm. Und wenn das klappt, dann geht es ans Eingemachte. „Wir sind bereits eine offizielle Schulsportgemeinschaft, eingetragen beim Landessportbund. Mal sehen was da noch so kommt“, berichtet die Schulleiterin voller Vorfreude. ▪ lm

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