„Man darf Fehler machen“

Birgit Bethke sprach zum Thema „Eierlegende Wollmilchfrau“. Ihre Überzeugung: „Gut ist besser als perfekt.“

Nachrodt-Wiblingwerde - Eine Auszeit vom Alltagsstress, gemeinsame Zeit genießen und sich neue Anregungen für das Leben holen. Genau das ist es, was das Wiblingwerder Frauenfrühstücksteam den Besucherinnen bieten möchte. Seit vielen Jahren ein Erfolgsrezept, denn knapp 100 Frauen nutzen normalerweise das Angebot im Gemeindehaus.

Der Tag für das Team beginnt früh am Samstagmorgen. Schon um 7.30 Uhr treffen sie sich im Gemeindehaus. Denn so ein Frauen-Verwöhn-Frühstück braucht seine Zeit. Käse und Wurst müssen ansprechend auf dem Buffet präsentiert werden. Mit Freude gehen die acht Frauen ans Werk. „Wir sind eine bunte Truppe aus den verschiedenen evangelischen Gemeinden und Gruppen“, erklärt Angela Bürzl. Mit dabei sind Helferinnen aus der evangelischen Gemeinde, der Christlichen Versammlung, der Freien Evangelischen Gemeinde Hohenlimburg und Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Lüdenscheid – eine Kooperation, die seit Jahren funktioniert.

Doch so ein Frühstück will gut geplant sein. Fünf bis sechs Mal treffen sich die Helferinnen im Vorfeld. Denn es gilt nicht nur einen Termin zu bestimmen und einzukaufen, sondern auch ein Thema festzulegen. Dieses Mal ist Birgit Bethke vom Sauerländer Gemeinschaftsverband als Referentin zu Gast. Ihr Thema lautet „Die Eierlegendewollmilchfrau – vom Anspruch perfekt zu sein“. In ihrem Referat geht es darum, dass sich viele Frauen viel zu viel Stress machen, weil sie immer perfekt sein wollen – im Beruf, in der Familie und in der Freizeit. „Gut ist besser als perfekt. Gott ist vollkommen. Wir müssen es nicht sein. Man darf Fehler machen und wird dennoch geliebt“, erklärt sie den Frauen in einem spritzigen, lustigen aber gleichzeitig lehrreichen Vortrag.

„Uns ist es wichtig, dass wir Referenten finden, die auch etwas zusagen haben. Ebenso entscheidend für die Wahl ist es, dass sie ein Stück Evangelium transportieren“, erklärt Uta Vorderbrück aus dem Team. Oft sei es so, dass schon jemand aus dem Helferkreis einen Vortrag gehört habe und dann den Referenten vorschlage. „Da ist es eben gut, dass wir aus so vielen verschiedenen Gruppen kommen. Da ist auch gleich die Referentenauswahl größer“, so Vorderbrück.

Doch die Wiblingwerder Frauen haben auch ihre ganz eigenen Ansprüche an ein gelungenes Frauenfrühstück, wie die Helferinnen zu berichten wissen. Neben hochwertigen Lebensmitteln, Obst, Tee, Kaffee und Joghurts spielt vor allem die richtige Deko eine wichtige Rolle. Auch die wird von den Helferinnen selbst gebastelt und kann im Anschluss erworben werden. „Ich weiß noch, einmal hatten wir das nicht. Da sind wir gleich von zig Teilnehmerinnen angesprochen worden“, schmunzelt Vorderbrück. Seit jeher ist die eigene Deko ein Muss. Schließlich soll sich der eher etwas triste Saal des Wiblingwerder Gemeindehaus in einen gemütlichen Frühstücksraum verwandeln.

Uta Vorderbrück, Christa Gundermann, Renate Renfordt, Heidi Vormann, Doro Hohage, Birgit Schulte, Barbara Rossow und Angela Bürzl sind ein eingespieltes Team. Jeder hat seine Aufgaben und bringt seine Stärken individuell ein. So richtig schief gegangen ist daher selten etwas. Nur einmal, da sei im Winter die Heizung ausgefallen. „Und einmal hat morgens um 7 Uhr die Referentin abgesagt. Aber wir haben noch Ersatz gefunden“, erinnert sich Vorderbrück.

Geld oder einen sonstigen materiellen Lohn bekommt das Team für die Arbeit nicht. Das wollen sie aber auch gar nicht. „Einmal ging eine Frau hier raus und sagte: ,Das war genau das, was ich in gerade gebraucht habe, ich glaube dieser Moment war für mich und von Gott gemacht.‘“, erinnert sich Vorderbrück – und genau in diesen Momenten geht den Helferinnen das Herz auf und all die Arbeit ist vergessen. Dann ist das Ziel, den Frauen eine impulsreiche Auszeit zu schenken, erreicht.

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