Wiblingwerder Eltern mit Betreuung unzufrieden

(Symbolbild)

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Die Sitzung des Schulausschusses war eigentlich schon gelaufen. Die Politiker hatten sich in nicht einmal einer halben Stunde über die wesentlichen Positionen im Haushaltsplan für das Jahr 2014 verständigt, als eine Einwohnerin noch einmal für Diskussionsstoff sorgte.

Manuela Witt, Schulpflegschaftsvorsitzende der Grundschule Wiblingwerde, meldete sich zu Wort und prangerte die Zustände in der Acht-bis-Eins-Betreuung an. Seitdem in den bisherigen Betreuungsräumen im Schulgebäude vor rund zwei Jahren Schimmelbefall und Asbestbelastung festgestellt worden war, werden die Kinder vor und vor allem nach dem Unterricht in den Wiblingwerder Räumen des Jugendzentrums und des TV Wiblingwerde betreut.

In den Augen von Manuela Witt kann dies aber „nur eine Notlösung“ sein. Die Räume seien nicht kindgerecht und durch die räumliche Trennung vom Schulgebäude gebe es immer wieder Probleme bei der Beaufsichtigung der Kinder. „Viele Eltern haben sich deshalb schon aus der Betreuung zurückgezogen“, berichtete die Vorsitzende der Schulpflegschaft dem Ausschuss. Aktuell würden etwa 25 Kinder betreut, nur noch halb so viele wie zu früheren Zeiten. Ein Rückverlagerung des Betreuungsangebots in die Grundschule sei deshalb wünschenswert, machte Manuela Witt deutlich.

So einfach ist dieser Wunsch aber ganz offensichtlich nicht zu erfüllen. Nach wie vor sind die Wände der früheren Betreuungsräume im Keller feucht, die asbest-haltigen Ummantelungen der dort verlegten Rohre sind noch nicht ausgetauscht worden. Allein die Sanierung der feuchten Wände würde nach Angaben von Kämmerin Gabriele Balzukat rund 65 000 Euro verschlingen, alles in allem könnte die Sanierung der Räume schnell 300 000 Euro verschlingen. So viel Geld kann die Gemeinde derzeit nicht aufbringen. „Die Betreuung im Jugendzentrum ist sicherlich keine ideale Lösung“, räumte Balzukat ein. Allerdings müsse auch auf die Verhältnismäßigkeit der Kosten geachtet werden.

Dass Grundschule und Betreuung derzeit nicht unter einem Dach untergebracht sind, sahen die meisten Ausschussmitglieder als weitgehend problemlos an. Was die nicht kindgerechte Ausstattung der Räume angeht, warteten die Ausschussvorsitzende Susanne Jakoby (SPD) und Schulleiter Johannes Illerhaus mit einem Lösungsansatz auf: Mit deutlich weniger Geld, als die Sanierung der Kellerräume verschlingen würde, könnten doch die Räume im Jugendzentrum optimiert werden. Illerhaus sieht auch kein Problem darin, dass diese Räume anschließend immer noch von der Jugendfeuerwehr genutzt werden können.

Weil die Beratung des Haushaltsplans bereits abgeschlossen war, fasste der Schulausschuss keinen förmlichen Beschluss. Allerdings zeichnete sich allgemeiner Konsens über den Vorschlag von Jakoby und Illerhaus ab. Damit hätte die Schulpflegschaftsvorsitzende Manuela Witt zumindest einen Teilerfolg errungen. - Volker Griese

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