Ich mache auf meinem Grundstück, was ich will

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Die Ketten vor den Haus sind jetzt mit Schlössern gesichert.

Nachrodt-Wiblingwerde -  Er will sein Eigentum schützen. Dafür sind ihm so einige Mittel recht. Mittel, die viele Nachbarn nicht gut heißen: eine mit Öl eingeschmierte Kette vor der Tür, um Kinder abzuschrecken, oder Fotos von Parksündern beispielsweise, die dann ans Ordnungsamt weitergegeben werden. Im romantischen Wiblingwerde stehen deshalb die Zeichen auf Sturm.

 Auch die Polizei musste kommen. Familie Meier fühlt sich mittlerweile bedroht. Das AK war mit Schiedsmann Burkhard Brinker bei Gabi und Andreas Meier. „Die Kinder belagern uns“, sagt Gabi Meier. Mit Laserpointern seien sie und ihr Mann belästigt worden. Laut Auskunft der Polizei, die am Dienstagabend zur Nachrodter Straße fuhr, konnte keine Straftat erkannt werden.

Fakt ist aber: Aus der Knöllchen-Geschichte (das AK berichtete) ist ein grundsätzliches Problem in der Nachbarschaft geworden. Oder war es schon vorher. „Nicht mein Mann, sondern ich habe die Fotos zum Amtshaus gebracht“, sagt Gabi Meier zum Thema „unerlaubtes Parken.“ Die Situation in Wiblingwerde sei nicht mehr hinnehmbar. „Mein Mann liegt nicht auf der Lauer. Der hat Besseres zu tun. Aber was würden Sie tun, wenn ständig jemand vor der Einfahrt parkt, nur weil er eben Brötchen holen möchte.“ Das Ehepaar Meier fühlt sich von den Mitbürgern missverstanden.

 2008 haben Gabi und Andreas Meier das Haus an der Nachrodter Straße gekauft. „Wir haben auf unserem Grundstück nicht parken können. Leute haben dort geparkt, ihre Kippen hingeschmissen und sind dann in die Kneipe gegangen. Dann habe ich Nummernschilder hingeschraubt. Währenddessen haben sich Leute mit ihren Autos neben mir hingestellt und gesagt, sie wollten nur mal eben in die Kirche.“ Als man schließlich Poller und Ketten vor das Grundstück gemacht habe, seien die Ketten kaputt gefahren worden.

„Wir haben einen Teich gebaut. Da haben die Leute gesagt, wir bauen ein Palast für die Fische. Ich lass mir das nicht bieten, von keinem“, schimpft Andreas Meier und erzählt auch von den Garagen, die er bauen wollte. Das habe der Wirt nicht gewollt. „Ich bespreche aber nichts bei einem Glas Bier“, sagt Andreas Meier, der auch „Hinz und Kunz“ durch seinen Garten laufen sah. „Wieso laufen die Leute durch unseren Garten? Dann habe ich ein Tor hingemacht. Das passte natürlich auch niemanden.“ Auch bei der Sanierung des Hauses gab es nach Ansicht von Andreas und Gabi Meier Probleme mit den Nachbarn. Ich darf auf meinem Grundstück machen, was ich will. „Aber wenn ich an einem Sonntag Balken mit einer Elektroseilwinde hochziehe, gibt es Ärger.“

Apropos Ärger: Davon gibt es jede Menge. „Als der Bäcker aufmachte, haben die Leute auch ihre Hunde an unsere Poller gebunden“, erzählt Gabi Meier. „Ich möchte keinen stinkenden Köter an meinem Poller“, macht Andreas Meier sehr deutlich, wie er darüber denkt. Jüngstes Problem: „Die Blagen haben die Ketten abgemacht und sind mit dem Fahrrad drüber gefahren. Und weil ich mir das nicht gefallen lasse, habe ich einen Wasserschlauch aus der Haustür draufgehalten. Ich habe die Kinder aber nicht getroffen. Auch nicht Herr Simon, der sich hier vor der Tür aufgebaut hat. Ich gehe auch nicht in seinen Kuhstall.“ Jetzt gibt es ein Schloss. „Die werden sich hüten, es kaputtzumachen.“

Ursache für das ganze Dilemma ist nach Ansicht des Ehepaares, dass in Wiblingwerde vieles in Bierlaune besprochen werde. „Und die Kinder werden von „den Sufties aufgehetzt.“. Wie es möglich wäre, die Situation zu entschärfen, weiß Schiedsmann Burkhard Brinker auch nicht wirklich. Denn es gehe ja nicht um zwei/drei Leute, mit denen man sich an einen Tisch setzen könnte. Man benötige eine ganze Bürgerversammlung. Eigentlich, so sagen Gabi und Andreas Meier, wollen sie nur in Ruhe gelassen werden. Wegziehen wollen sie auf keinen Fall.

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