In Wiblingwerde laufen die Jugendlichen weg

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Der Sozialausschuss unter dem Vorsitz von Stefan Herbel (rechts) hat sich am Dienstagnachmittag im St. Elisabeth-Kindergarten umgesehene. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Der Besuch, den der Sozialausschuss der Gemeinde am Dienstag dem St. Elisabeth-Kindergarten Nachrodt abgestattet hat, soll nur der Anfang gewesen. Das jedenfalls sagte der Ausschussvorsitzende Stefan Herbel (CDU), nachdem Kindergartenleiterin Sandra Schwieren, den Politikern die Einrichtung vorgestellt hatte.

Die Leiterin führte den Ausschuss durch die Zwei-Gruppen-Einrichtung, die erst kürzlich einen Anbau erhalten hatte. Der war notwendig geworden, um auch die U3-Betreuung realisieren zu können. Derzeit werden im St. Elisabeth-Kindergarten zwar nur vier Kinder betreut, die jünger als drei Jahre sind, ab dem Sommer werden es laut Sandra Schwieren aber schon sechs sein. Und für die muss beispielsweise ein separater Schlafraum vorgehalten werden, der nun in dem Anbau untergebracht ist. Auch ein Gruppennebenraum gehört dazu, ebenso wie ein Wickelraum und eine eigene Mini-Toilette für die Kleinsten.

Die meisten der 40 Mädchen und Jungen am St. Elisabeth-Kindergarten, der seit gut zweieinhalb Jahren zusammen mit dem Awo-Kindergarten das Familienzentrum Nachrodt-Mitte bildet, werden täglich von 7.30 bis 14.30 Uhr betreut. 28 Kinder bleiben über Mittag, erhalten in der Einrichtung an der Hagener Straße also auch eine warme Mahlzeit. Weil die demnächst von einem anderen Lieferanten bezogen wird, müsse im Sommer die Küche umgebaut werden, erfuhren die Politiker von Sandra Schwieren.

Etwas schwierig gestaltet sich nach Darstellung der Leiterin noch die Aufgabe des Familienzentrums, zusätzliche Angebote zu unterbreiten. Gewisse Themenbereiche müssen dabei laut Vorgabe abgedeckt werden. Weil es am Ort mit dem Evangelischen Familienzentrum Fibs aber eine zweite, gleichartige Einrichtung gibt, komme es oftmals zu Überschneidungen. Zudem sei es schwierig an Eltern heranzukommen, deren Kinder die Einrichtung nicht besuchen. Dabei sei das Familienzentrum auch als Anlaufstelle für gerade diese Eltern gedacht.

Nach Worten des Ausschussvorsitzenden Stefan Herbel will der Sozialausschuss demnächst nach und nach die weiteren Kindertageseinrichtungen in der Doppelgemeinde besuchen, um sich ein Bild von der Betreuung der Kleinsten zu machen.

Um etwas ältere Einwohner, um die Jugendlichen, ging es in der Ausschusssitzung, als Jugend-Zentrumsleiterin Renate Richwien den Politikern Bericht erstattete. So erfuhren die Ausschussmitglieder, dass die Veränderungen in der Schullandschaft auch am Jugendzentrum nicht vorbeigehen könnten. „Der Großteil unserer Besucher in Nachrodt besucht die Albert-Schweitzer-Hauptschule“, erklärte Richwien. Wie sich die Besucherstruktur entwickele, wenn die Kinder und Jugendlichen demnächst die Sekundarschule besuchen, sei noch nicht absehbar.

Unter einem starken Besucherrückgang habe der mittwochs von 17 bis 21 Uhr geöffnete Jugendraum in Wiblingwerde zu leiden, berichtete Richwien weiter. „Meistens kommen nur fünf Jugendliche. Die übrigen treffen sich privat in einem alten Bauwagen“, sagte sie. Sie führte das unter anderem auf den Wegfall der Halfpipe zurück. Die Sportanlage für Skater ist gesperrt, nachdem sich dort ein Kind auf der sich ablösenden Oberfläche verletzt hat. Nach Worten von Fachbereichsleiterin Birgit Tupat würde eine Erneuerung der Oberfläche mit etwa 9200 Euro zu Buche schlagen, während eine komplett neue Halfpipe mit rund 13 000 Euro kosten würde. Beides sei bei der aktuellen Haushaltslage nicht finanzierbar. Um den Jugendraum für Jugendliche wieder interessanter zu machen, soll nun nach einer alternativen Attraktion gesucht werden. Die Jugendlichen selbst sollen in die Überlegungen einbezogen werden. ▪ Volker Griese

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