Wenn Sucht oder Angst dominieren: Jetzt gibt es Hilfe in Nachrodt

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Nachrodt-Wiblingwerde – Es geht um Situationen, über die man nicht gern spricht: Seelische Störungen, Sucht, Depression, Demenz, Angst. Nun gibt es Hilfe vor Ort.

Der Märkische Kreis hat sein Hilfsangebot für Betroffene und Angehörige mit diesen Problemen neu aufgestellt und wird ab sofort regelmäßige offene Sprechstunden im Amtshaus anbieten. 

Wieder anbieten muss es heißen, denn bis vor einigen Jahren gab es diese Beratungen. Danach mussten die Menschen aus der Doppelgemeinde wegen Personalmangels die Beratungsstelle in Iserlohn aufsuchen. Die Zeit der langen Wege ist nun vorbei. „Das Angebot ist einfach näher“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat erfreut. 

Sie hatte Besuch von Lothar Buddinger, dem Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes beim Märkischen Kreis. Buddinger war mit Petra Krill gekommen. Die Diplom-Sozialarbeiterin hat die Beratungsaufgaben in der Doppelgemeinde übernommen. Sie wird künftig regelmäßig als Ansprechpartnerin für Menschen zur Verfügung stehen, die von einem dieser Probleme betroffen sind. 

Im Gespräch: Bürgermeisterin Birgit Tupat, Sebastian Putz (Ordnungsamt), Lothar Buddinger und Petra Krill.

Jeweils donnerstags soll es im Amtshaus von 14 bis 16 Uhr die Möglichkeit zum Vier-Augen-Gespräch geben. Außerdem können individuelle Gesprächstermine unter Tel. 0 23 71/9 66 81 81 vereinbart werden. 

Im Kreisgebiet betreut der Sozialpsychiatrische Dienst jährlich etwa 2000 Fälle. In der Doppelgemeinde liegt die Zahl der Hilfesuchenden derzeit bei etwa 40 bis 50 Personen, berichtet Leiter Lothar Buddinger. „Die Zahl mag gering anmuten, das liegt aber möglicherweise auch daran, dass wir hier zuletzt keine Sprechstunden mehr hatten“, meint Buddinger.

 In der Doppelgemeinde sei man auf jeden Fall die einzige Anlaufstelle, die nun unmittelbar vor Ort ist. Auch die Option der Hausbesuche sei einzigartig. „Durch die Möglichkeit, die Klienten zu Hause besuchen zu können und so einen Eindruck von den konkreten Lebensumständen zu erhalten, ist eine effektive Hilfe und Beratung möglich“, erläuterte Buddinger. 

Der Sozialpsychiatrische Dienst ist für viele Angehörige und Betroffene oftmals die erste Anlaufstelle. „Manche kommen von sich aus, in vielen Fällen werden die Klienten aber auch geschickt“, berichtet der Arzt für Psychiatrie. Dann stecke oftmals Druck dahinter, sei es von Angehörigen oder vom Arbeitgeber. 

Der Dienst arbeitet mit vielen Stellen zusammen, etwa mit der Hans-Prinzhorn-Klinik, dem Jugendamt, dem Ordnungsamt oder der Pflegeberatung. Petra Krill erzählt, dass manchmal ein oder zwei Beratungstermine ausreichen, in anderen Fällen seien dagegen Gespräche mehrmals im Monat angesagt. „Hausbesuche machen einen großen Teil meiner Arbeit aus.“ Und: Alle Gespräche unterliegen der Schweigepflicht

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