Landfrauen genießen Kabarett mit Cilli Alperscheidt

Unter dem Cilli-Kostüm steckt Wolfgang Mette aus Heggen bei Finnentrop. Foto: Hornemann

Nachrot-Wiblingwerde - Weihnachten kann herrlich katastrophal sein. Keine weiß das besser als Cilli Alperscheidt, die gestandene Sauerländerin. Kein Blatt nahm sie vor den Mund, als sie den Weihnachtsbrunch der Wiblingwerder Landfrauen in der Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ aufmischte.

Unter dem weißen „Blüsken“ steckte Wolfgang Mette aus Heggen bei Finnentrop, der bei Landfrauen Kultstatus genießt. Im Märkischen Kreis hatte er einst einen furiosen Auftritt bei der Landfrauenpräsentation im Rahmen der Landesgartenschau - und der Wiblingwerder Ortsverband blieb an dem Künstler dran, um ihn für einen Auftritt zu gewinnen.

Cilli Alperscheidt hat Ehemann Jupp zuhause, die Töchter Elisabeth, Beatrix und Silvia sind aus dem Haus und haben ihr die bezaubernden Enkel Kevin, Denise und Wibke beschert. Vor Weihnachten graut es Cilli immer ein bisschen, insbesondere nach der letztjährigen Baum-Katastrophe, bei dem die Tanne alle Mängel aufwies, die so ein Baum überhaupt haben kann. Cilli allerdings hat einen perfiden Plan fürs Fest 2014: Ein künstlicher Baum könnte es richten. Damit Jupp nix merkt, hat sie schon die abgefallenen Nadeln vom Adventskranz gesammelt, die sie heimlich unter das Plastikbäumchen streuen will. Jupp hätte was zum Staubsaugen. Und das Problem mit dem fehlenden Tannenduft könnte locker der Fichten-Raumerfrischer aus dem Badezimmer lösen...

Ansonsten ist das Fest im Hause Alperscheidt vorhersehbar: Cilli findet im jährlichen Wechsel entweder ein Fläschchen Tosca oder „Nong Schalanze“ von Jupp auf dem Gabentisch. Überhaupt ist Jupp ein berechenbarer Typ: Schickt Cilli ihn mit sorgfältig durchnummerierten Wäschestücken im Koffer auf Kegeltour, kommt das Gepäckstück nach drei Tagen wieder so zuhause an, wie Cilli es hergerichtet hat. Jupp reist ohne „Smattfon“ und nimmt nebst Kasten Bier als Reiseproviant noch das Kofferradio mit, um die Bundesliga-ergebnisse zu checken.

Solange der Göttergatte an Heiligabend nicht „inne Nachbarschaft“ versackt, könnte alles gut gehen. Und auch für den schlimmsten Fall ist gesorgt: „Man muss nur genug Mong Scherie im Haus haben. Dann übersteht man auch die Weihnachtstage“, erklärte Cilli ihren begeisterten Zuhörerinnen, dieihren Alltag mit den herrlich akzentuierten Ausführungen der Sauerländerin durchaus identifizieren konnten.

Cilli Alperscheidt hatten sie in kürzester Zeit so liebgewonnen, dass sie bereitwillig in ihre sauerländische Version von „The most wonderful time of the year“ unterstützend einstimmten. Mit langem Schlussapplaus entließen sie Cilli wieder in ihr Alltagschaos. Aber es gibt eine Gelegenheit, sie bald wiederzusehen: Am 8. Februar tritt sie auf der Eversberger Kleinkunstbühne „Kokolores“ in Eversberg auf. Außerdem hat sie eine eigene Facebook-Seite. Von Ina Hornemann

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