Wegweiser aus der Pfalz sollen Wanderer sicher leiten

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Siegfried Kruse (r.) stellte Birgit Tupat von der Gemeinde und Förster Christof Schäfer die Wegweiser vor. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Ganz nach dem Motto „Man kann nicht alle guten Ideen selber haben“ bringt der Heimat- und Verkehrsverein an den Wanderwegen der Doppelgemeinde jetzt neue Schilder an. Die neue Beschilderung soll haltbarer und weniger wartungsintensiv sein, hofft Siegfried Kruse.

Rund 250 Kilometer lang ist das mit rotem Punkt auf weißem Grund gekennzeichnete Wanderwegenetz in Nachrodt-Wiblingwerde. Was Wanderern viel Abwechslung garantiert, bedeutet für die Aktiven des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV), die die Beschilderung der Wege vornehmen, viel Arbeit. Die gemalten Markierungen müssen nämlich mindestens alle zwei Jahre erneuert werden. Für die Wegezeichner, die älter werden und auch zunehmend gesundheitlich eingeschränkt sind, ist das eine kaum noch zu bewältigende Aufgabe.

Deshalb sollen die gemalten Markierungen jetzt an besonders exponierten und schwierig zu kennzeichnenden Stellen jetzt durch Schilder aus Kunststoff ersetzt werden. Die Schilder sind ein Import aus dem rheinland-pfälzischen Landau. „Die Wanderwege werden dort sehr aufwändig markiert“, hat der 71-jährige Siegfried Kruse bei Wanderungen in der Pfalz selbst festgestellt. Als er das System dem Heimat- und Verkehrsverein vorstellte, stand schnell fest, dass die Idee auf Nachrodt-Wiblingwerde übertragen werden sollte. Der Vorteil lag auf der Hand: Während Markierungen mit Farbe nur bei trockener Witterung angebracht werden können und diese Arbeit deshalb auf wenige Monate im Jahr beschränkt werden muss, können die Schilder ganzjährig und weitgehend witterungsunabhängig angebracht werden.

Der HVV orderte für rund 3000 Euro etwa 800 Kunststoffschilder und die dazugehörigen Beschriftungen sowie einige Folienschilder. „Neue Schilder aus Holz wären entschieden teurer geworden. Außerdem sind bei Holzschildern Installation und Pflege wesentlich aufwändiger“, erläuterte Kruse. Die Kunststoff-Wegweiser sollen nun mit Aluminiumnägeln und Abstandhaltern an Bäumen befestigt werden. „Aluminiumnägel werden anstelle von Eisennägeln verwendet, weil sie in Sägewerken geringeren Schaden anrichten können, falls ein solcher Baumstamm dort einmal landen sollte“, erläuterte Revierförster Christof Schäfer, mit dem der HVV seine Aktivitäten entlang der Wanderwege abgestimmt hat. Wo keine Bäume zur Verfügung stehen, sollen die Schilder an Holzpfosten angebracht werden. Laternenmasten aus Metall können mit Folienschildern beklebt werden.

Durch die neuen, haltbaren Wegweiser soll gewährleistet werden, dass der Bestand des markierten Rundwegenetzes in der Doppelgemeinde langfristig erhalten werden kann. Ganz aufgeben will der HVV die Markierung mit Farbe allerdings nicht. „Bei Bäumen mit sehr grober Borke zum Beispiel können wir keine Schilder anbringen, dann müssen wir weiterhin malen“, sagt Siegfried Kruse, der das gesamte Wanderwegenetz zusammen mit Gerd Nolte regelmäßig und systematisch kontrolliert. Die neuen Schilder sind also keine Änderung des bestehenden Wegweiserkonzeptes, sondern nur eine Ergänzung. Auch sind andere Benutzer der Wanderwege, zum Beispiel Reiter, dadurch nicht von der Wegenutzung ausgeschlossen.

Die Anbringung der neuen Schilder, mit der der HVV im Bereich Lasbeck bereits begonnen hat, ist aber nur eine Aufgabe in den nächsten Wochen und Monaten. In Kürze sollen auch die17 von mehreren Sponsoren finanzierten neuen Ruhebänke aufgestellt werden. Zusammen mit Revierförster Schäfer und der Gemeindeverwaltung und in Abstimmung mit den jeweiligen Grundstückseigentümern hat der HVV die Standorte ausgewählt. Westlich von Veserde, wo Kyrill große Freiflächen und damit völlig neue Ausblicke geschaffen hat, sollen Bänke aufgestellt werden, ebenso am alten Postweg zwischen Opperhusen und Sassenscheid. Und auch den Ausblick von der Hilkenhöhe auf Nachrodt und Einsal sollen Wanderer demnächst von einer Bank aus genießen können. ▪ vg

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