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Was wird mit der Kita in Wiblingwerde?

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Die Kita in Wiblingwerde ist sanierungsbedürftig
Die Kita in Wiblingwerde ist sanierungsbedürftig © Fischer-Bolz, Susanne

Die Quartiersentwicklung ist in Wiblingwerde im Sande verlaufen, aber für die Kita ist eine neue U3-Gruppe geplant.

Nachrodt-Wiblingwerde – Auf dem Blatt Papier sehen Zuschüsse, die verteilt werden, immer recht gut aus. Auch, wenn sie klein sind, wie die 25 Prozent des Trägeranteils, den die Gemeinde für eine neue U3-Kinder-Gruppe im Wiblingwerder Kindergarten übernehmen wird. Doch beim genauen Hinsehen hängt der Trägerverbund für evangelische Tageseinrichtungen im evangelischen Kirchenkreis „ganz schön in der Uhr“, will er doch die Kita in Wiblingwerde langfristig sichern und für die Zukunft aufstellen. Aber wie?

Hohe Anmeldezahlen

Eigentlich war eine Quartiersentwicklung in Wiblingwerde geplant – mit einem komplett neuen Konzept für den Bereich zwischen Kirche und Friedhof, mit einem Neubau des Kindergartens, mit altersgerechtem Wohnen. „Das ist im Sande verlaufen“, sagt Andreas Beutler, stellvertretender Geschäftsführer des Trägerverbundes für evangelische Tageseinrichtungen. Die Zeit sei nicht reif dafür. „Wir müssen uns als Trägerverbund aber trotzdem auf unsere Kindergärten konzentrieren“, so Beutler. Während das Jugendamt des Märkischen Kreises lediglich einen langfristigen Bedarf von fünf U3-Plätzen in Wiblingwerde sieht, sprechen die Anmeldezahlen eine andere Sprache. Andreas Beutler kritisiert, dass der Märkische Kreis Nachrodt-Wiblingwerde nur in seiner Gesamtheit betrachtet, nicht aber erkenne, dass Wiblingwerde für junge Familien höchst interessant sei. „Die erneut hohe Anmeldequote und der beständige Bedarf an Plätzen für Kinder unter drei Jahren in Wiblingwerde zeigen deutlich, dass die Kindertageseinrichtung ein fester Bestandteil der Gemeinde ist“, so Andreas Beutler auch mit Blick auf die neue Krabbelgruppe, die einen enormen Zulauf hat und eben diese Kinder auch später höchstwahrscheinlich den Kindergarten besuchen werden.

Lohnt sich eine Sanierung?

Zunächst war geplant, die neue U3-Gruppe provisorisch im Gemeindehaus unterzubringen. Doch gerade gibt es Gespräche mit der Kirchengemeinde Wiblingwerde, ob auch andere Räumlichkeiten in Frage kommen könnten. „Wir wollen eine vorübergehende Lösung schaffen und den Gebäudezustand verbessern“, blickt Andreas Beutler auf den Kindergarten selbst. Am liebsten würde man im Bestand sanieren und anbauen, aber das Problem sind die erheblich gestiegenen Baukosten. Bei einer Gruppe spricht man von Baukosten in Höhe von 600 000 Euro. „Leider ist das so. Es gab mal Zeiten, als wir von Kosten für eine Gruppe von 250 000 Euro ausgingen. Wir müssten mindestens 50 Prozent der Baukosten selber tragen.“ Parallel ist man deshalb auf der Suche nach einem Investor für den Anbau. Die Frage wird sein: Lohnt sich eine Sanierung? „Manchmal ist die Sanierung nicht das Nonplusultra, wenn man energetisch sanieren will“, so Andreas Beutler. Ein Neubau würde wahrscheinlich nur etwas teurer werden. „Es ist die Frage, was können wir, was wollen wir? Wir wollen sichere Plätze haben.“

„Man braucht Ziele“

Die Hoffnung ist, am 1. August 2023 die neue U3-Gruppe zusätzlich anbieten zu können. „Man braucht natürlich Ziele“, sagt Andreas Beutler. Der Anspruch ist, dass alle Familien möglichst versorgt werden. Zu den 25 Prozent Trägeranteil, den die Gemeinde übernimmt, sagt er: „In der Kindergartenfinanzierung ist es so, dass der Trägeranteil immer noch von der Kirchengemeinde finanziert werden muss. Kirchensteuermittel müssen eingesetzt werden, um den Trägeranteil zu finanzieren. Und das ist für so eine kleine Kirchengemeinde schwierig. Aber die 25 Prozent sind ein gutes Zeichen, dass man gesehen wird.“ Wie geht es jetzt weiter? Ein Architekt entwickelt Raumgrößen im Bestand. Ob langfristig komplett neu gebaut oder saniert wird, steht noch nicht fest.

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