Warum viel Polizei und ein Uhu in Wiblingwerde für Aufsehen sorgen

Radfahren in Coronazeiten

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Polizeihauptkommissarin Anja Schmidt erklärt Oskar, was ein Fahrrad alles haben muss.

Nachrodt-Wiblingwerde – Was hat ein Uhu mit Radfahren zu tun? Warum ist Oskar Fröhlich plötzlich kein normales Kind, sondern ein kleiner Filmheld? Und warum ist so viel Polizei in Wiblingwerde? Die Antwort: Corona ist Schuld! In Pandemie-Zeiten ist Kreativität gefragt – auch bei der Polizei. „Wir drehen hier einen Film“, verrät Polizeihauptkommissar Andreas Filthaut, Leiter der Verkehrsunfall-Prävention/Opferschutz der Kreispolizeibehörde.

 In dem Film geht es um den sicheren Umgang mit dem Rad im Straßenverkehr. „Normal lernen die Kinder das von uns in der Grundschule. In Pandemie-Zeiten geht das aber nicht. So entstand die Idee, einen Film zu drehen“, berichtet Andreas Filthaut. Ziel ist es, dass Eltern mit ihren Kindern alleine üben können. „Das ersetzt zwar nicht den Live-Unterricht, ist aber immerhin ein kleiner Ausgleich“, sagt Filthaut.

Die Idee sei im Team entstanden und werde auch intern umgesetzt – selbstverständlich mit den bekannten Gesichtern der Verkehrsausbilder. Der einzige „externe Mitarbeiter“ ist Oskar, der Sohn von Polizeioberkommissarin Isabel Fröhlich. Er spielt quasi die Hauptrolle. Ihm erklären die Polizisten, auf was es ankommt. „Meistens macht es Spaß, nur manchmal ist das Warten langweilig. Es gab auch mal ein Eis“, berichtet Oskar. Wirklich viel Fahrradfahren musste er allerdings nicht. „Wir haben für den Film geguckt, ob mein Fahrrad verkehrssicher ist. Und ich habe gezeigt, wie der Uhu geht“, erzählt Oskar stolz. Der Uhu ist im Film nämlich nicht nur ein Kuscheltier, sondern vor allem eine Eselsbrücke. „Uhu steht für Umschauen, Handzeichen, Umschauen – genauso und in der Reihenfolge sollen die Kinder das auch im Verkehr machen“, erklärt Andreas Filthaut.

Der Polizeihauptkommissar legte mit seinem Team viel Wert auf die korrekte Ausführung der Übungen: „Natürlich sollen die Filme schön anzuschauen sein. Aber es muss auch alles korrekt ausgeführt sein und es dürfen sich keine Fehler einschleichen.“ Wichtig sei es, dass die Eltern mit den Kindern zunächst in einem geschützten Raum trainieren. Beispielsweise auf einem Schulhof, im Garten oder auf einem gesperrten Parkplatz. Daher wurden nicht alle Teile des Films in Wiblingwerde gedreht, sondern einige Sequenzen auch auf dem Verkehrsübungsplatz in Hemer.

Diese Teile sind übrigens bereits online und können angeschaut werden. Klappt es im sogenannten Schonraum, geht es auf die Straße, also in den öffentlichen Verkehrsraum. Die Polizisten machen alles selbst: Drehbuch, Regie, Schauspiel, Kameraführung und Schnitt. Die ersten Teile der Online-Schulung sind seit gestern auf der Internetseite der märkischen Polizei https://maerkischer-kreis.polizei.nrw/ abrufbar. Die weiteren Teile folgen nach und nach. „Selbstverständlich würden wir das Material auch anderen Polizeibehörden zur Verfügung stellen“, so Filthaut. Denn in dem Projekt stecke jede Menge Liebe zum Detail. Viele Stunden Arbeit flossen in den vergangenen Tagen hinein. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass der Film aus Wiblingwerde bald auch über die Kreisgrenzen hinaus geschaut wird.

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