Ausbau seit Jahrzehnten Dauerthema

Ausbleibende Sanierung: Warum interessiert sich niemand für die L692?

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Schlaglöcher wohin das Auge blickt: Die L 692 zwischen Wiblingwerde, Einfahrt Eilerde und dem Salzlager, befindet sich bereits seit Jahrzehnten in einem jämmerlichen Zustand. Das wird wohl noch weiter so andauern, befürchtet Stephan Schnietz.

Nachrodt-Wiblingwerde - Die Sanierung und der Ausbau der L692 zwischen Wiblingwerde, Einfahrt Eilerde und Salzlager, ist seit mehr als 40 Jahren ein Dauerthema. Immer wieder gab es Zusagen und Versprechungen das zu ändern – passiert ist nichts. Das sagt Stephan Schnietz.

Die Äußerungen von Andreas Berg, Sprecher von Straßen.NRW zum Ausbaustand der Landstraße 692 zwischen Wiblingwerde, Einfahrt Eilerde und dem Salzlager, sind für Stephan Schnietz „ein Trauerspiel.“ Der Techniker von Straßen.NRW hatte erst jüngst angekündigt, das der sogenannte dritte Ausbau-Abschnitt an der Landstraße „noch weiter warten muss.“

Verantwortung

Für Schnietz, der für die CDU 19 Jahre Verantwortung im Rat trug, ist das ein „Verschieben auf den St. Nimmerleinstag.“ Immer wieder habe es in den vergangenen 40 Jahren Zusagen in Sachen Ausbau und Sanierung gegeben. Doch passiert sei bis heute nichts. Schnietz: „Schon während des Ausbaus des Teilstücks Wiblingwerde – Autobahn A 45 in den Jahren 1976/76 habe es geheißen, der „Rest von Wiblingwerde nach Nachrodt sei schnellstmöglich in die Planung zu nehmen.“

Nach wie vor könne bei der Straße keine Rede sein von einer „normalen Fahrbahn“, stattdessen müssten die Nutzer durch Schlaglöcher fahren und eine Holperei sondergleichen hinnehmen. Da nütze es auch nichts, dass zwar immer mal wieder geflickt und neue Schilder aufgestellt würden.

Schlaglöcher muss man nicht lange suchen.

Und jetzt die neuerliche Aussage der Straßenbauer: „Die Mittel sind begrenzt. Wir müssen priorisieren“. Zwar erkennt der langjährige CDU-Politiker durchaus die Fertigstellung der Serpentinenstrecke an. Doch von den zuletzt in 2017 gegebenen Zusagen in Sachen L 692-Ausbau habe man sich jetzt offenbar wieder einmal sehr deutlich verabschiedet. Stephan Schnietz erinnert an die überörtliche Bedeutung der L 692 und ist einfach nur noch „bestürzt.“

Dass die L 692 darüber hinaus die kürzeste Straßenverbindung zwischen Iserlohn und Lüdenscheid sei, nehme man wohl nicht bewusst zur Kenntnis. Der ehemalige CDU-Ratsherr bringt in Erinnerung, dass die Straße an sich nie technisch so ausgebaut wurde, dass sie den heutigen massiven Verkehr auch aushält.

Unterbau stimmt nicht

„Das war bis 1954 eher ein besserer Feldweg“, sagt Schnietz. Der Poalbürger spricht in diesem Zusammenhang offen von fehlendem Vertrauen in die Politik und sieht die Glaubwürdigkeit von Kommunal- aber auch Landespolitikern arg ramponiert. Als Beispiel nennt er den Besuch des ehemaligen SPD-Verkehrsministers Michael Groschek.

Der habe im Wahlkampf versprochen, sich für einen zügigen Ausbau einzusetzen - „leere Worte, sonst nichts.“ Und die Nachrodter Politiker selbst? Schnietz kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich viele Fraktionen überwiegend mit sich selbst beschäftigen und „für das Wohl der Gemeinde kaum noch Zeit bleibt.“

Ratssondersitzung

Warum, so fragt er, hat man nach diesen Mitteilungen von Straßen.NRW nicht zum Beispiel eine Ratssondersitzung anberaumt, um vielleicht Druck in Form einer Resolution zu machen? Forsch setzt er nach: Er hätte sich auch vorstellen können, mit einer Delegation nach Düsseldorf zu fahren - „mit einer Milchkanne voll Gülle im Gepäck für den Minister.“ Vielleicht wäre dann etwas passiert. Öffentlichkeit hätte man sicherlich gehabt. Stephan Schnietz weiß um die Probleme, die ehrenamtliche Ratsmitglieder und auch die hauptamtlich in der Verwaltung tätigen Personen haben. „Aber“, so sagt er abschließend:

Ländlicher Raum abgehängt

„Der ländliche Raum darf nicht weiter abgehängt werden. Es muss etwas passieren. Gefragt ist heute, wie eigentlich immer, politisches Handeln zum richtigen Zeitpunkt und das gemeinsam von Rat,Verwaltung und Bürgermeisterin! Das wünsche ich mir.“

Stichwort: Stephan Schnietz:19 Jahre gehörte der Nachrodt-Wiblingwerder dem Rat der Gemeinde an. Er war Vorsitzender verschiedener Ausschüsse wie des Kultur-, Sozial- und des Schulausschusses. Später arbeitete er als Sachkundiger Bürger und Vertreter der christlichen Kirchen in verschiedenen Ratsausschüsse aktiv mit. „Ein gegebenes Wort hatte dabei immer Bestand - auch zwischen den Fraktionen!“, sagt er.

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