Das war‘s mit den Bürgerschützen

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Das 30-jährige Jubiläum werden die Mitglieder des Bürgerschützenvereines Nachrodt-Wiblingwerde nicht mehr feiern können. Der am 31. Oktober 1980 gegründete Verein wurde am vergangenen Freitag aufgelöst.

Ein entsprechender Beschluss wurde eigentlich schon vor einem Jahr gefasst. Die schon für 2009 vorgesehene Auflösung scheiterte aber an einer Formalie. Der Vorstand des Vereines hatte zwar über die Presse zur außerordentlichen Mitgliederversammlung geladen. Schriftliche Einladungen an die Mitglieder erfolgten jedoch nicht. Dies hatte zur Folge, dass keine Beschlussfähigkeit vorlag.

Jetzt ging alles streng nach Vorschrift. Aufgrund des im vergangenen Jahr gefassten Beschlusses sollte das Vermögen des Bürgerschützenvereines dem Hegering Altena als Betreiber des Waldlehrpfades am Lohagen zur Verfügung gestellt werden. Da es sich bei dem Hegering Altena um einen als gemeinnützig anerkannten Verein handelt, war eine solche Zuwendung auch möglich. Karl-Heinz Tacke wurde einstimmig zum Liquidator des Vereines gewählt. Viel zu liquidieren gibt es indes nicht mehr. Die Zahlung zu Gunsten des Waldlehrpfades ist schon im letzten Jahr erfolgt. Die noch existierenden Kassenbestände werden zur Deckung der Gerichts- und Notarkosten für das Liquiditätsverfahren eingesetzt. Die zwölf Teilnehmer, die der Auflösung des Vereines beiwohnten, waren zum überwiegenden Teil vom „Aus“ sehr betroffen. Zu ihnen gehörte auch Ilse Kemper, die selbst auch schon einmal Schützenkönigin war: „Ich bin todunglücklich“, sagte sie. „Aber es gibt wohl keine andere Möglichkeit mehr“. Zu seinen besten Zeiten hatte der Verein über rund 150 Mitglieder. Liquidator Tacke erklärte, dass Mitte bis Ende der 90er Jahre ein Schwund eingesetzt habe. „Viele der Jüngeren sind damals weggezogen und die älteren Mitglieder – von denen wir immer eine ganze Menge hatten – konnten sich nicht mehr aktiv einbringen.“ In den insgesamt fast 30 Jahren richtete der Bürgerschützenverein 12 Feste aus, das Letzte davon im Jahr 2004.

Kemper und Tacke erinnern sich gern an vergangene Zeiten. „Wir haben richtig schöne Fest gefeiert“. Demgemäß fiel es dem ersten Vorsitzenden, Herbert Schulz, sichtlich schwer, die letzte Sitzung des Vereines zu eröffnen.

Die Königskette sowie die Fahne des Vereines werden dem Heimat- und Verkehrsverein Nachrodt-Wiblingwerde zur Ausstellung in der Heimatstube zur Verfügung gestellt. Die Mitglieder des aufgelösten Schützenvereines sehen das mit einem „weinenden und einem lachenden Auge“. Die Ausstellung der Exponate in der Heimatstube habe zumindest zur Folge, dass der Bürgerschützenverein Nachrodt-Wiblingwerde vielleicht nicht ganz in Vergessenheit gerate, meinen sie. ▪ hb

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