„Waren ein Superteam“

Der Kinderchor „Regenbogen“ singt ein Abschiedslied.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ „Es waren zwölf tolle Jahre“ resümierte Pfarrer Gerald Becker. Am Sonntag fand seine Verabschiedung im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der Dorfkirche in Wiblingwerde statt. Von Hartwig Bröer

Viele Gläubige hattten sich eingefunden, um Becker noch einmal die Hand zu schütteln oder ihn noch einmal in den Arm zu nehmen.

Die Predigt hielt Becker selbst. „Beeindruckend“, urteilten Besucher. Der Gottesdienst wurde vom CVJM-Posaunenchor mitgestaltet. Die Orgelbegleitung erfolgte durch Kantor Johannes Köstlin. Der Gottesdienst war feierlich; den Schlusspunkt jedoch bildete ein Vortrag des Posaunenchores. Dieser intonierte das jazzlastige Lied „Switching music“. Das führte dazu, dass die Besucher begeistert mitklatschten.

Das überraschte Superintendentin Martina Espelöer. Eine Verabschiedung in dieser Form habe sie auch noch nicht erlebt. Das zeige eindeutig, wie beliebt der Pfarrer in seiner Gemeinde war. Becker erinnert sich: „Eigentlich habe ich mich von Anfang an hier wohlgefühlt. Aber ich habe sofort festgestellt, dass die Wiblingwerder doch ein ganz besonderes Völkchen sind.“ Es sei nicht leicht, sie zu gewinnen. Doch wenn das gelänge, habe man gewonnen. Becker war von Anfang an auf der Gewinnerseite. Doch nicht nur er selbst, auch Ehefrau Nicola engagierte sich stark in der Gemeinde. Becker habe, so Presbyteriumsmitglied Rainer Nowak, viel bewegt.

Nowak hob insbesondere die gute Zusammenarbeit zwischen dem Pfarrer und dem Presbyterium hervor. Das wurde schon von Becker im Vorfeld unterstrichen. „Wir waren sein Superteam“, sagte er. Meinungsverschiedenheiten habe es natürlich auch gegeben. „Aber die Diskussionen waren immer zum Nutzen der Gemeinde“.

Der Empfang im Gemeindehaus war mehr als herzlich. Als Becker eintrat, brandete Applaus auf. Viele Gemeindemitglieder erhoben sich von den Plätzen. Und der Abschied fiel ihm sichtlich schwer. Und nicht nur ihm. Viele Besucher konnten ihre Tränen nicht zurückhalten. Becker: „Das ist ein heftiger Schnitt in meinem Leben“. Seine Gemeinde habe ihn letztlich auch geformt. Sie habe hinter ihm gestanden und ihn in ihrer Mitte aufgenommen. „Das werde ich den Wiblingwerdern nie vergessen“. Und sie werden ihn wohl auch nie vergessen. „Ihren“ Pfarrer, der mit seinem Charisma das Gotteshaus - fast - immer füllte. Seine Predigten waren brillant. Auf der anderen Seite war Becker ein Mann, der redete, wie ihm der Schnabel gewachsen war. Das fasste Kantor Johannes Köstlin in seiner Rede zusammen: „Deine Sprüche waren immer toll. Zumindest ließen sie keine Rückschlüsse auf Deinen tatsächlichen Beruf zu.“ Becker hinterlässt eine Lücke, die schwer zu schließen sein wird.

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