Tierische Entspannung: So wandert es sich mit einem Alpaka

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Auf tierischer Tour.

Nachrodt-Wiblingwerde – In Peru stehen sie auf der Speisekarte. In Wiblingwerde wird mit ihnen gewandert. Nur kuscheln mögen Alpakas nicht so gern. Unterwegs auf tierischer Tour.

Tatsächlich möchte ich mir nicht vorstellen, dass man Alpakas, diese witzigen Tiere mit den wilden Frisuren, gebraten auf dem Teller hat. Muss ich auch nicht. 

Denn in Wiblingwerde geht es um pure Freude – beim Abendspaziergang mit den Alpakas vom Hof Hegemann. 

Erste Erkenntnis: Alpakas sind keine Kuscheltiere. „Er läuft spitzenmäßig, möchte aber nicht so gern angefasst werden“, sagt Geraldine Hegemann-Malkus und drückt mir die Leine in die Hand, an dessen Ende Uno mich erst mal überhaupt nicht zur Kenntnis nimmt. 

Vorneweg sind wir jetzt das Team, das die ganze Gruppe anführt. Uno brummt. Er hat einen Blick auf die anderen, die hinter uns hertrotten. 

Die Welt wird leise

Mein Plan: im Spazierschritt Richtung Waldlehrpfad. Unos Angebot: bitte im sehr gemütlichen Tempo. Nach den ersten 100 Metern, auf denen ich Uno hinter mir herziehe – nicht zerre – , hat mich dieses wunderbare Tier überzeugt: Die Welt kann auch ruhig betrachtet werden. Leise. Ohne Hetze. Ohne Stress. Im Schleich-Modus. 

Im Wald baden wir regelrecht – zwischen dem Duft der Bäume, dem Knacken der Äste, dem Zwitschern der Vögel. Viel romantischer geht es nicht. 

Auf tierischer Tour: Wandern mit Alpakas

Die acht Alpakas, die mit uns Abendwanderern unterwegs sind, sind selbst kaum zu hören. Die Alpakas laufen gern eng beieinander, weil es für sie Sicherheit bedeutet. Dass sie geradezu bildschön sind mit den großen Augen, den ovalen Ohren und dem lustigen Ausdruck, zaubert mir automatisch ein Lächeln ins Gesicht. 

Oft "falsche Erwartungshaltung"

„Jeder kommt mit einer falschen Erwartungshaltung. Man möchte sie in den Arm nehmen und drücken. Aber generell sind sie berührungsscheu“, erklärt Geraldine Hegemann-Malkus. Uno ist entspannt. Er läuft gerne vorne. Und das ist schon ungewöhnlich. 

Er duldet, dass ich ihn doch mal streichle, aber eigentlich findet er das doof. Immerhin spuckt er mich nicht an. Das tun Alpakas durchaus mal, um ihren Unmut kundzutun – eigentlich aber nur bei Rangkämpfen untereinander. 

Zwischen zwei und zwölf Jahre alt sind Vulcan, Flashway, Sokrates, Valentin, Uno, Placido und die anderen Alpakas. Sie mögen Hunde nicht so gern und möchten dann am liebsten flüchten. 

Zehn Alpakas auf dem Hof

Und jedes Tier hat seinen eigenen Charakter. Valentin liebt zum Beispiel Pfützen. Und die Herde wartet, bis er sein Bad beendet hat. Sokrates muss unbedingt am Ende der Gruppe laufen – er ist der Gemütlichste und würde sonst immer von allen überholt. 

Mittlerweile gibt es zehn Alpakas auf dem Hof Hegemann.„Wir haben mit fünf angefangen, dann sind fünf Nachzügler gekommen“, erzählt Geraldine Hegemann-Malkus. 

Alle Tiere verstehen sich prächtig, es sind alles Jungs. Die Mädchen sind zickiger. „Ich habe vor allem nach dem Charakter geguckt und dann auch nach der Woll-Qualität“, sagt Geraldine Hegemann-Malkus. 

15 Kilo Wolle geschoren

Alle Tiere wurden geschoren. 15 Kilogramm Wolle sind jetzt bei einer Spinnerei in Brandenburg, wo Strickgarn, Kopfkissen und Bettdecken hergestellt werden – für Allergiker geeignet. „Sie ist viel verträglicher als Schafswolle“, sagt die Alpaka-Besitzerin. 

Mittlerweile bin ich komplett entschleunigt. Uno, das freundliche Wesen, hat sich mit mir abgefunden, wird zutraulicher. Auf einer Lichtung ist ein Fotoshooting angesagt. Boreas ist das Alpaka, das man überall knuddeln darf – auch am Kopf, wo es die anderen überhaupt nicht mögen. 

Er ist aber – wie alle anderen – magenempfindlich. Stress und Überfütterung schlägt den Tieren auf den Magen. Als Leckerchen zum Abschluss gibt es reines Mineralfutter, ansonsten fressen sie Heu und Gras.

Alpakas könnten auch zur Geheimwaffe im deutschen Wald werden.

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