Verschwundene Wege am Waldstück

+
Im Bereich des Wanderparkplatzes Waldstück vermissen Wanderer seit einiger Zeit Wege.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Sind im Umfeld des Wanderparkplatzes Waldstück an der L692 Wanderwege einfach verschwunden? Wanderer, die in der Gegend häufiger unterwegs sind, beklagen das. Doch es gibt möglicherweise eine Erklärung.

Bis vor fünfeinhalb Jahren der Orkan Kyrill über das Sauerland fegte, war die Welt am Waldstück, am südlichen Rand der Doppelgemeinde, noch in Ordnung. Wanderer konnten verschiedene Wege nutzen und die Aussicht auf das Lennetal genießen. Dann veränderte sich die Landschaft – nicht nur durch die umgestürzten Bäume. Ein Waldeigentümer wandelte eine frühere Waldfläche in Weideland um, mit Genehmigung der Forstbehörde, wie Revierförster Christof Schäfer auf Anfrage erklärte. Dieser Maßnahme fiel einer der Wege zum Opfer, die jetzt verschwunden sind. Wie Schäfer erklärte, hat es sich dabei aber nie wirklich um einen Wanderweg gehandelt. „Das war ursprünglich ein Rückeweg, vielleicht auch nur eine Fahrspur und ist nur von Wanderern genutzt worden“, klärte er auf. Auch in der Flurkarte sei dieser Weg nicht verzeichnet, und ebenso wenig habe ihn der Sauerländische Gebirgsverein jemals als Wanderweg gezeichnet.

Das bestätigt auch Siegfried Kruse, der im Auftrag des Heimat- und Verkehrsvereins Wanderwege zeichnet. Am Waldstück sei kein gezeichneter – also kein offizieller – Wanderweg vorhanden, sagte er. Der Weg, den Wanderer früher genutzt haben, sei aber auch schon durch die Folgen von Kyrill nicht mehr nutzbar gewesen.

Ganz gleich, ob offizieller oder inoffizieller Wanderweg: Fakt ist, dass die Wege nicht mehr vorhanden sind. Gerüchten zufolge soll es den Eigentümern auch nur recht sein, dass dadurch nun kaum noch Wanderer am Waldstück unterwegs sind. Siegfried Kruse würde eine solche Haltung übrigens nicht wundern. „Ich kenne diese Problematik aus dem Bereich Sonnenscheid/Brake. Auch da gab es hartnäckigen Widerstand eines Grundbesitzers, so dass wir den Wanderweg 24 schließlich umgeleitet haben“, erklärte der Wiblingwerder. ▪ Volker Griese

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare