Wanderer ruhen aus auf recyceltem Verpackungsmüll

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Neun Unternehmen aus Nachrodt-Wiblingwerde und Umgebung haben sich die Kosten für 14 neue Ruhebänke geteilt. Am Montagmorgen nahmen die Sponsoren ein Modell der aus einem neuartigen Werkstoff hergestellten Sitzgelegenheiten in Augenschein. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Wanderer und Spaziergänger, die rund um die Doppelgemeinde unterwegs sind, können sich demnächst auf 14 neuen Bänken ausruhen, die die Gemeinde angeschafft hat. Möglich gemacht haben das allerdings erst neun Sponsoren.

Entlang der 32 ausgeschilderten Wanderwege, die Nachrodt-Wiblingwerde zu bieten hat, hatte Siegfried Kruse vom Heimat- und Verkehrsverein viele schöne Plätze entdeckt, an denen man die Aussicht von einer Ruhebank aus genießen könnte. Oberhalb von Obstfeld könne genauso eine Bank aufgestellt werden wie am alten Postweg zwischen Opperhusen und Sassenscheid, so Kruse. Den Aussichtspunkt an der Waldemey möchte er ebenso mit einer Sitzgelegenheit versehen wie exponierte Stellen oberhalb der Brenscheider Mühle oder in Eilerde oberhalb der Becke. Westlich von Veserde, wo Kyrill große Freiflächen und damit völlig neue Ausblicke geschaffen hat, könnten nach Kruses Ansicht gleich mehrere Bänke aufgestellt werden.

Mit seinem Anliegen hatte sich Kruse an die Gemeinde gewandt, allerdings gab es da ein Problem. „Da das Aufstellen von Ruhebänken eine freiwillige Leistung ist und die Gemeinde finanziell alles andere als auf Rosen gebettet ist, mussten wir einen anderen Weg finden, die Bänke zu finanzieren“, erläuterte Birgit Tupat vom Ordnungsamt. Ihr Mitarbeiter Dirk Recker machte sich also auf die Suche nach Sponsoren. „Die Resonanz war sehr erfreulich“, bilanzierte Tupat am Montag. Neun Unternehmen aus Nachrodt-Wiblingwerde und Umgebung erklärten sich bereit, das Vorhaben finanziell zu unterstützen.

Bei einem Unternehmen in Rheinland-Pfalz entdeckte Dirk Recker außerdem Ruhebänke, von denen er sich eine lange Haltbarkeit und eine gewisse Resistenz gegenüber Vandalismus verspricht. Diese Bänke sind nämlich nicht herkömmlich aus Holz gefertigt, sondern aus massiven Bohlen aus einem neuartigen Werkstoff. Dazu werden gebrauchte Kunststoffverpackungen zu einem Material verarbeitet, das Holz zwar optisch sehr ähnlich, aber deutlich widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse ist. Die Anschaffungs- und Installationskosten in Höhe von rund 4300 Euro haben die insgesamt neun Geldinstitute, Einzelhändler, Gastronomen, Handwerker und Gewerbebetriebe durch unterschiedlich hohe Spenden aufgebracht.

Den Winter werden die dunkelbraunen Sitzgelegenheiten nun aber noch im trockenen Lager verbringen. In den nächsten Wochen hätten die Mitarbeiter des Bauhofes, die die Bänke aufstellen sollen, zunächst andere, wichtigere Aufgaben zu erledigen, betonte Birgit Tupat. Zudem müssten noch Gespräche mit dem einen oder anderen Grundstückseigentümer geführt werden. In der Zwischenzeit könnten weitere Überlegungen zum Aufstellen der Bänke angestellt werden, meint Siegfried Kruse. So kann er sich zum Beispiel gut vorstellen, dass der Untergrund um die Ruhebänke herum mit ausrangierten Gehwegplatten preiswert befestigt werden kann. Wer solche Betonplatten hat, sie aber gerne loswerden möchte, kann Kontakt zu Siegfried Kruse (Tel. 02352/933183) aufnehmen. ▪ vg

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