Walzwerke sehr gefragt

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Wie sieht die Lage auf dem heimischen Lehrstellenmarkt aus? Nach Auskunft der Agentur für Arbeit konnten von 116 bis zum 30. September gemeldeten Ausbildungsstellen 106 mit geeigneten Bewerbern besetzt werden. Insgesamt hatten sich bis zu diesem Zeitpunkt 232 Bewerber aus Altena und Nachrodt gemeldet. Ob diese vielleicht in einer anderen Stadt im Kreisgebiet oder gar außerhalb untergekommen sind, darüber gibt die Statistik der Arbeitsagentur nicht ohne weiteres Auskunft. Von Thomas Keim

Besonders gefragt waren Berufe im Metallbereich (42 Bewerber) und im Elektrofach (zehn Bewerber). Weit vorne rangiert auch der Bereich „Waren und Dienstleistungskaufleute“ mit 45 Bewerbern sowie Verwaltungs- und Büroberufe mit 44 Anfragen. Die Gesamtzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen hat sich innerhalb eines Jahres um vier Stellen (3,3 Prozent) leicht verringert. Gegenläufig zeigt sich die Entwicklung bei der Zahl der gemeldeten Bewerber. Gab es im September 2010 noch 217 Kandidaten, so fragten bis September 2011 immerhin 232 junge Menschen an. Das entspricht einem Zuwachs von 15 Köpfen oder einem plus von 6,9 Prozent.

Stichwort Altersstruktur: Während beim verarbeitenden Gewerbe die überwiegende Zahl der Mitarbeiter derzeit der Altersgruppe zwischen 40 und 49 Jahren angehören, sieht es in anderen Branchen deutlich anders aus: Als „alternde Branchen“ gelten in erster Linie das Gesundheits- und Sozialwesen, ebenso der Handel mit Kraftfahrzeugen. „In zehn Jahren wird man dort Nachwuchsprobleme haben“, meint Lena Brühl, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit in Iserlohn. Als ausgesprochen junge Branchen gelten dagegen das Gastgewerbe und die Bereiche „Information und Kommunikation.“ In der Zeitarbeitsbranche überwiegen ebenfalls jüngere Mitarbeiter.

Welches Bild entsteht bei den Praktikern?

Beim größten Arbeitgeber am Ort, den Einsaler Walzwerken, verzeichnet man teils mehr Anfragen als bei der Arbeitsagentur: Personalleiterin Angelika Fuchs berichtet, dass man für den kaufmännischen Sektor im vergangenen Jahr 75 Bewerber gehabt hat. Ihr Zahl schnellte dann im laufenden Jahr auf 103 Bewerbungen in die Höhe. Eine ähnliche Steigerung erlebten die Walzwerke auch im gewerblichen Bereich: Hier gab es im Jahr 2010 69 Bewerber. Im laufenden Jahr waren es dann schon stolze 91. Insgesamt haben die Walzwerke im laufenden Jahr sieben Auszubildende eingestellt. Einen „Wettbewerb“ um die Auszubildenden kann die Personalleiterin deshalb gegenwärtig nicht erkennen. „Wir müssen nicht suchen. Die Bewerbungen kommen nach wie vor.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare