"24 Stunden-Überwachung ist sinnvoll"

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Wolfgang Eichenberger (2.v.l.) übergibt den Pförtner-Schlüssel an Mircea Catoteanu (rechts). Auch Walzwerke-Geschäftsführer Dr. Bodo Reinke (links), die Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser und Michael Fellenberg (2.v.r) gratulierten.

Nachrodt-Wiblingwerde - Er kennt jeden. Und alle. „Es ist überhaupt kein einsamer Job“, lacht Wolfgang Eichenberger, der gestern nach genau 14 Jahren und vier Monaten als Pförtner bei den Walzwerken Einsal seinen letzten Arbeitstag hatte. Viel Besuch tummelte sich im kleinen Raum – auch die Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser war dabei.

 „Wolfgang Eichenberger ist der bestinformierteste Mann im Unternehmen. Viele Informationen laufen hier zusammen. Er ist ein bisschen das Aushängeschild“, schmunzelte Walzwerke-Geschäftsführer Dr. Bodo Reinke, der auch den Nachfolger im Pförtner-Amt begrüßte. Während viele Firmen die Pförtner-Posten ausgegliedert oder ganz aufgegeben haben, wird die Stelle in Nachrodt neu besetzt. Mircea Catoteanu heißt der neue Mann an der Schaltstelle, der ab sofort „keinen hineinlässt, der hier nichts zu suchen hat.“ Abgesehen natürlich von den Anliegern, die über das Gelände der Walzwerke müssen, um zu ihrem Zuhause zu kommen. „Da sind Tochter und Enkelin, die fahren jetzt zur Oma“, sagt Wolfgang Eichenberger und öffnet die Schranke.

Ein bisschen Wehmut empfindet der scheidende Pförtner, wenn er sich auch auf die Zeit mit der Familie freut. „Ich fand so manches Gespräch hier schön“, erzählt der Neu-Ruheständler, der wie Dr. Bodo Reinke auch BVB-Fan ist. „Immer montags weiß ich schon am Gesichtsausdruck von Herrn Eichenberger, wie Dortmund gespielt hat“, erzählt Dr. Bodo Reinke.

 Ab sofort wird nun Mircea Catoteanu alle Walzwerke-Kamerabilder im Blick haben. „Man sieht sofort, wenn etwas ungewöhnlich ist“, sagt der neue Pförtner, der sich schon sehr gut auskennt. Denn er gehörte zum Wach- und Sicherheitsdienst Sauerland, der alle Wachdienste bei den Walzwerken übernimmt, die nicht vom hauptamtlichen Pförtner abgedeckt werden. Geschäftsführer Michael Fellenberg zeigte Verständnis für den Wechsel seines Mitarbeiters, der ab sofort nur noch Frühdienst hat und damit „mehr Zeit für die Familie.“

Das Thema Sicherheit ist ein nicht unwichtiges Thema. Eine 24-Stunden-Überwachung hält Dr. Bodo Reinke für sinnvoll – „schon deshalb, weil wir im Schichtdienst arbeiten. Bei einem Notfall ist es wichtig, dass ein Pförtner anwesend ist. Auch kann es sein, dass des Nachts Diebesbanden ‘rumgeistern und versuchen, auf unser großflächiges Gelände zu kommen.“ Einbruch – das ist auch ein wichtiges Thema für die CDU-Bundestagsabgeorndete Christel Voßbeck-Kayser, die auf Einladung des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft einen Tag beim Wach- und Sicherheitsdienst Sauerland hospitierte – und mit Geschäftsführer Michael Fellenberg auch bei den Walzwerken vorbeischaute.

Das Unternehmen hat mit Fuß- und Fahrradstreifen im Iserlohner Stadtgebiet begonnen – 1949 bereits. „Seit 1983 sind wir auch die erste Notruf-Serviceleitstelle“, so Michael Fellenberg. Der größte Bereich sei aber der Personaleinsatz vor Ort. Und der Revierdienst mit der Kontrolle privater und gewerblicher Objekte durch mobile Überwachung. „Unsere Leute sollen keine Täter stellen, sondern beobachten und die Polizei informieren.“

Auch der Märkische Kreis ist betroffen von der deutschlandweit steigenden Einbruchsrate. 2016 gab es 905 Einbrüche. „Der Eingriff in die Privatsphäre ist für die Opfer das Schlimmste“, sagt Michael Fellenberg. Und so sei es sinnvoll, sich zu schützen. Auch Dr. Bodo Reinke erzählt von einer Familie, die drei Mal hintereinander von Einbrechern heimgesucht wurde – und sich natürlich im eigenen Haus nicht mehr sicher fühlt. Gebäude, privat oder gewerblich, sind dann uninteressant, wenn sie gut geschützt sind.

Der Einbau und die Nachrüstung einbruchshemmender Haus- und Wohnungstüren, der Einbau von Überfallmeldeanlagen werden übrigens gefördert. „Der Bund stellt für die Förderung zum Einbruchschutz 2017 insgesamt 50 Millionen Euro zur Verfügung“, sagt Christel Voßbeck-Kayser. Gefördert werden das Material sowie der fachgerechte Einbau. Je nach Höhe der Investitionskosten gibt es Zuschüsse bis 1500 Euro. „Es gibt kleine und große Lösungen. Wichtig ist, dass man etwas macht“, appelliert Michael Fellenberg. Christel Voßbeck-Kayser kennt das Thema besser als ihr lieb ist. Nachdem sie aufgrund von Bedrohungen unter Polizeizuschuss stand, hatte sie auch ihr Haus „aufgerüstet“.

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