Waldbauern-Präsident sieht Windkraft positiv

Dr. Philipp Freiherr Heereman äußerte sich kritisch über die Novellierung des Landesjagdgesetzes. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Dr. Philipp Freiherr Heereman, Vorsitzender des Waldbauernverbands NRW, informierte im Rahmen einer Versammlung der Märkischen Waldbauern über die Schwerpunkte der Forstpolitik in NRW.

Im Schloss Hotel Holzrichter in Veserde gab der Gastredner aus Hörstel eine kurze Information zu den Punkten Waldstrategie 2050, Windkraft im Wald, Reiten im Wald und Jagdrecht.

Der Waldbauernverband, eine freie Vereinigung von privaten Waldbauern in Nordrhein-Westfalen, vertritt die Belange von etwa 150 000 Privatwaldbesitzern. Er will die Rechte des Waldeigentums stärken, indem er sich für regionale Untergruppen einsetzt. Unter anderem werden Vereinbarungen bezüglich der Waldwirtschaft entwickelt und die Bildung von forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse unterstützt.

Während sich die Politik mit Zukunftsaussichten – beispielsweise bis in das Jahr 2050 – eher schwer tut, ist diese Jahreszahl für die Waldbauern keineswegs mit einem Blick in Glaskugel zu vergleichen. Heereman versicherte den mehr als 50 Anwesenden, die Schwerpunkte Ökonomie, Waldbau, Klimawandel, Biodiversität, Erhöhung der Lebensqualität, Forschung und Entwicklung im Sinne der Waldbauern auf politischer Ebene nachhaltig zu vertreten.

Dem Thema Windkraft – auch Windparks im Wald – steht der Vorsitzende des Waldbauernverbands NRW zwar durchaus positiv gegenüber, betonte allerdings: „Aber bitte auch nur dort, wo Wind weht und die Natur nicht überstrapaziert wird.“ Zum Stichwort „Verspargelung“ sagte Heereman: „Ich weiß, was die Windkraft der Landschaft antut. Doch ich habe meine Meinung geändert.“ Wenn die Zweckmäßigkeit einer Anlage gegeben ist, seien optische Beweggründe eher relativ. „Man kann sich daran gewöhnen.“

Die Reiterregelung im Wald basiert auf sehr unterschiedlichen Ausgangssituationen. Zum einen gibt es Gebiete mit extremer Belastung, zum anderen aber auch kaum frequentierte Regionen. Der Waldbauernverband werde sich auch künftig dafür stark machen, dass das Waldeigentum möglichst nicht als billiger Sportplatz verwendet werde, so Heereman. Doch gab er zu bedenken: „Die Reiter sind unsere Verbündeten. Wir sollten sie mit ins Boot nehmen.“

Die politische Auffassung – alle Weihnachtsbaumkulturen müssen raus aus den Wäldern – unterstützt der Waldbauernverband nicht, wie dessen Vorsitzender wissen ließ. „Der Waldbauernverband kann offiziell nicht gegen die Weihnachtsbaumkulturen sei. Doch wir wollen darauf einwirken, dass sie nicht zu groß werden.“ Der Eigentümer müsse die Freiheit haben, in seinem Revier nach seinen Wünschen wirken zu können. Doch dürfe dabei nicht vergessen werden, dass gerade Weihnachtsbaumkulturen nicht nachhaltig seien.

„Das neue Landesjagdrecht sieht vor, unsere Handlungen zu erklären“, kritisierte Heereman abschließend die ökologisch ausgeprägte Gesetzesnovellierung, die vorsieht, die Zahl der jagdbaren Wildarten zu beschränken, die Schonzeiten auszudehnen und die Fangjagd zu verbieten. Doch der Wald brauche eine Chance, sich vermehren zu können, betonte Heereman und stellte klar: „Wir brauchen keine Muster. Wir haben das Wissen, was wir wie jagen dürfen. Das versuchen wir den Politikern mitzugeben.“ Förster und Jäger hätten die entsprechende Fachkenntnis und gehörten somit an einen Tisch. ▪ sr

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