Waffeln spielten Zukunft: Wiblingwerde ist so schön

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Peter Wiedemeier und Annette Wurm. ▪

von Hartwig Bröer - NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Es gibt gewiss viele Gründe, um nach Wiblingwerde zu ziehen. Da wäre viel unberührte Natur zu nennen, die schöne Gegend, die Ruhe, die freundlichen Menschen und … die Waffeln von Manfred Winkhaus.

Nun weiß jeder, der sie einmal gekostet hat, dass sie in der Tat hervorragend schmecken. Dass sie allerdings der Grund sein könnten, sich in Wiblingwerde anzusiedeln, scheint aber eher abwegig. Doch das ist es nicht. Annette Wurm und Peter Wiedemeier nämlich kamen über die süße Spezialität zu ihrem Haus in dem Bergdorf.

Wiedemeier ist Schulleiter des Gymnasiums in Letmathe. Wurm ist Realschullehrerin in Olpe. Beide suchten einen kleinen Ort, in dem man ruhig und „unter Freunden“ wohnen kann. Sie fanden ihn in Wiblingwerde. „Von meinem Arbeitszimmer im Gymnasium aus kann ich zwar das Dorf nicht erkennen, aber die Landschaft drumherum“, sagte Wiedemeier. Und an ihren ersten Besuch haben sie besondere Erinnerungen, denn er verlief mehr als nur ungewöhnlich. „Da waren zwei Lüdenscheider Spaziergänger, die uns erst einmal den Weg zeigten“, erinnert sich Wurm. Im Dorf angekommen, war das erste, was ihnen in´s Auge fiel, die vor der Gaststätte ,Zur schönen Aussicht‘ stehende Werbetafel mit der Aufschrift „Frische Waffeln“. Diese süße Leckerei wurde im Hause Winkhaus mit Preißelbeeren und Sahne angerichtet. Nachdem beide ihre Waffeln genossen hatten, baten sie Brigitte Winkhaus, über deren Funktion sie zu diesem Zeitpunkt nichts wissen konnten, doch einmal „den Chef“ zu rufen. Brigitte Winkhaus erklärte: „Ich dachte zuerst, dass sie sich beschweren wollten. Das ist ja meistens so, wenn man nach dem Chef fragt“. Doch Wurm und Wiedemeier hatten sich schon zu diesem Zeitpunkt in das Höhendorf verliebt. Also fragten sie Manfred Winkhaus, ob er nicht wisse, ob man hier ein Haus erstehen könne. Winkhaus wusste es und schickte beide in die Harpkestraße zu ihrem jetzigen Nachbarn. Der wiederum stellte den Kontakt zu dem damaligen Hausbesitzer her und noch am selben Tage verabredete man sich zur Besichtigung. Das alles geschah an nur einem einzigen Tage. Nur wenige Tage später wurde der Kaufvertrag über das Haus geschlossen.

Seit Ostern diesen Jahres wohnen Wurm und Wiedemeier nun praktisch im Dorfkern. „Ich fühle mich hier pudelwohl“, sagt Wurm. „Wir sind von der Dorfgemeinschaft ganz toll aufgenommen worden“. Nun sagt man im allgemeinen, dass langjährige Bewohner einer Ortschaft „Zugezogenen“ gegenüber zunächst einmal etwas „reserviert“ zeigen. Das Gegenteil jedoch sei in Wiblingwerde der Fall gewesen. „Die Leute hier sind unglaublich“, resümiert Wiedemeier. „Die waren weder reserviert noch zurückhaltend“. Man habe sie herzlich begrüßt und im Höhendorf willkommen geheißen. „Von so etwas habe ich bisher noch nicht einmal gehört“, bekräftigt Wiedemeier. Mit sehr vielen Wiblingwerdern duzen sich beide schon. Und das Vertrauen auf beiden Seiten scheint sich in der kurzen Zeit, in der Wurm und Wiedemeier in Wiblingwerde wohnen, schon verfestigt zu haben. Denn so wie viele Wiblingwerder halten es nun auch die beiden Lehrer: Nicht alles so verkniffen sehen. In einer stimmigen Dorfgemeinschaft lebt lebt es sich halt schöner und einfacher.

Mittlerweile haben Wurm und Wiedemeier schon viel von der Lebensart der „Alt-Wiblingwerder“ übernommen. Das zeigte sich beim Besuch des Mitarbeiters des AK. Die Haustür zum Haus der beiden Lehrer stand weit auf. Und das ist in Wiblingwerde nicht unbedingt ein Einzelfall. Es ist halt dörflich, ruhig und schön.

Wurm und Wiedemeier haben es bisher nicht eine einzige Minute bereut, in´s Höhendorf gezogen zu sein.

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