Landschaftsbeirat begrüßt Windkraftzone bei Veserde

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Die Änderung des Flächennutzungsplanes für Nachrodt-Wiblingwerde mit der Ausweisung der Vorrangzone für weitere Windkraftanlagen bei Veserde war ein zentrales Themen in der Sitzung des Landschaftsbeirates. Der Gemeinderat darf sich in seiner Entscheidung bestätigt fühlen.

Der Beirat bei der Unteren Landschaftsbehörde des Märkischen Kreises begrüßt das Vorhaben der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde Konzentrationszonen für die Errichtung von Windenergieanlagen auszuweisen. Deshalb folgten die Mitglieder einstimmig dem Beschluss des Gemeinderates zur 22. Änderung des Flächennutzungsplanes.

Gemeinde erfüllt ihren Auftrag im Rahmen des EEG

Damit erfülle die Gemeinde ihren Auftrag, im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sowie der Energiewende der Windenergie „substanziellen Raum“ zu verschaffen. Sie behalte gleichzeitig die Möglichkeit der planerischen Steuerung. Ergänzend empfahl der Landschaftsbeirat der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde dringend, die Planung mit der Bevölkerung gemeinsam durchzuführen – im Konsens also, nicht im Gegensatz zur ihr. Das Problem: Nicht nur in Veserde selbst, sondern vor allem auch im benachbarten Hohenlimburg regt sich zum Teil massiver Widerstand gegen die Windkraftpläne. So drängen Politiker in Hohenlimburg, die unter anderem eine optische Beeinträchtigung des mittelalterlichen Schlosses Hohenlimburg befürchten, vehement auf eine Informationsveranstaltung, möglichst unter Beteiligung von Vertretern der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde. Die haben das bisher abgelehnt, haben vielmehr auf die Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am 10. März verwiesen, in der das Thema noch einmal behandelt werden soll.

Abstände zur Wohnbebauung größer als vorgeschrieben

In der Sitzung des Landschaftsbeirates hatte Claudia Bredemann vom Gutachterbüro Ökoplan aus Essen Auszüge aus ihrem 60-seitigen Gutachten über mögliche Konzentrationsflächen für Windkraft vorgestellt. Im Ergebnis kommt die Untersuchung zu dem Urteil: „Es gibt keine Vollzugshindernisse auf Flächennutzungsplanebene“, so Claudia Bredemann. Unter anderem seien die Abstände zur Siedlungsbebauung (700 Meter) und zu Einzelgebäuden (500 Meter) größer als vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Sollte die Änderung des Flächennutzungsplanes die Gremien passieren, sieht das Gutachterbüro Platz für bis zu acht kleinere Windkraftanlagen. Bredemann: „Zwei sind schon in Betrieb, eine ist genehmigt.“ Auf den im Plan ausgewiesenen Flächen sieht sie „Raum für zwei bis drei große Anlagen“ mit einer Höhe von mehr als 150 Metern. „Es gibt wohl Investoren, die dort bauen wollen“, erklärte die Gutachterin im Landschaftsbeirat mit Blick auf die Pläne des Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg. Der Adeliga aus Ostwestfalen möchte zwei 185 Meter hohe Windkraftanlagen errichten. Der Fürst zu Bentheim-Tecklenburg ist übrigens Besitzer des Schlosses Hohenlimburg.  - Volker Griese/pmk

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