Windenergie: Die Gemeinde muss neu planen

Die Windkraftzone bei Veserde rückt Hohenlimburg teils zu nah auf die Pelle.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Die in Veserde ausgewiesene Windenergie-Zone hält ihren eigenen Ansprüchen nicht Stand: 700 Meter Abstand zu Wohnbebauung hatte der vom Rat verabschiedete geänderte Flächennutzungsplan vorgesehen. Der wird auf dem eigenen Gebiet eingehalten, doch ein paar Hohenlimburger wohnen näher an der Zone dran.

Zwischen der bewohnten Ortschaft „Lahmen Hasen“ und der ausgewiesenen Zone bestehen nur 500 Meter Abstand. Diesen Umstand will die Stadt Hagen nutzen, um in die Planung einzugreifen.

Bürger und Politiker aus Hohenlimburg hatten weitgehend eine ablehnende Haltung bezüglich der Installation von bis zu drei 185 Meter hohen Windrädern an den Tag gelegt. Am Donnerstag fand eine Bürgerversammlung im Rathaus Hohenlimburg statt, wo die Nachrodt-Wiblingwerder Planungen detailliert vorgestellt wurden. Unter den knapp 100 Besuchern befand sich auch SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Jakoby. Ihre Einschätzung der Veranstaltung: „Es ging sachlich und fair zu.“

Seitens der Verwaltung der Nachbarkommune sei keine Stimmungsmache festzustellen gewesen. „Da kamen in einer gut gemachten Präsentation reine Fakten auf den Tisch, anschließend kamen die Bürger zu Wort.“ Auch Veserder Bürger seien anwesend gewesen. Aus dem Dorf hatte sich bereits bei der Bürgerversammlung im Restaurant Holzrichter im Januar Widerstand gegen die geplante Investition des Fürstenhauses zu Bentheim-Tecklenburg und Rheda geregt.

Die im Flächennutzungsplan vorgesehenen, aber nicht eingehaltenen Abstände zum Hohenlimburger Wohngebiet werden Rat und Verwaltung von Nachrodt-Wiblingwerde zum Umdenken zwingen. „Wir werden prüfen, wie wir mit diesen neuen Erkenntnissen umgehen und unsere Planungen entsprechend anpassen müssen“, erklärte Fachbereichsleiter Ingo Levermann auf Anfrage. In der kommenden Woche wird die Verwaltung mit den Fraktionen ins Gespräch treten.

Die SPD Nachrodt wird sich am Montagabend in ihrer Fraktionssitzung ausschließlich mit diesem Thema beschäftigen. Susanne Jakoby räumt ein, dass Rat und Verwaltung die Abstände zu bebautem Wohngebiet auf Hohenlimburger Terrain nicht bedacht hätten. „Dass auch die andere Seite zu Wort gekommen ist, finde ich gut und demokratisch.“

Das Thema beschäftige die Fraktion seit vielen Wochen täglich. Die Gemeinde wird gründlich vorgehen müssen bei der Überarbeitung des Flächennutzungsplanes. Wie bereits beim ersten Verfahren können Bürger und Nachbarkommune Einsprüche ergeben, Bedenken äußern und haben auch die Möglichkeit, zu klagen. - Von Ina Hornemann

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