Vorbildliches Konzept für Kindertagespflege

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NRW-Familienministerin Ute Schäfer schaute sich am Donnerstag im Nachrodter Awo-Kindergarten um. Ebenfalls dabei waren der SPD-Landtagskandidat Michael Scheffler und SPD-Bürgermeisterkandidat Gerd Schröder. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die Familienministerin war beeindruckt: Ein Konzept für die Kindertagespflege, wie es die Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Märkischen Kreis entwickelt habe, verdiene weitere Verbreitung im Land, sagte Ute Schäfer am Donnerstag bei einem Besuch im Awo-Kindergarten an der Geschwister-Scholl-Straße.

Die SPD-Politikerin war gekommen, um sich über die Situation der Kinderbetreuung im ländlichen Raum zu informieren. Zusammen mit dem Landtagskandidaten Michael Scheffler und dem Bürgermeisterkandidaten Gerd Schröder sah sie sich dabei zuerst in Nachrodt um, lernte der Drei-Gruppen-Kindergarten der Awo kennen und erfuhr, dass auch Kinder aus Iserlohn Kindergärten in der Doppelgemeinde besuchen. Solche gemeindeübergreifende Kooperationen gebe es noch zu selten, meinte die Ministerin.

Marion Battista vom Kindertagespflegebüro der Awo stellte das Konzept für die Betreuung von Kinder durch Tagesmütter vor. Das Familienzentrum Nachrodt-Mitte, dem der Awo-Kindergarten angehört, sei dabei einer von acht Servicepunkten im Kreisgebiet, der sowohl Eltern als auch Tagesmüttern als Anlaufstelle diene. In den Servicepunkten können sich Tagesmütter austauschen, hier können aber auch Eltern die passende Betreuung für ihr Kind finden. Ein Konzept, das die Ministerin als „stimmig und sehr gelungen“ bezeichnete. „Das muss man in die Fläche bringen“, hat das Awo-Konzept für sie Vorbildcharakter.

Auch das bundesweite Modellprojekt „Mehr Männer in Kitas“, das zum Ziel hat, mehr männliche Erzieher in Kindertageseinrichtungen zu bringen, war ein Thema beim Besuch der Ministerin. Erzieherin Barbara Zöller hatte erst kürzlich in einem Austauschprogramm in Oslo erfahren, wie andere europäische Länder den Job im Kindergarten für Männer interessant machen. Für Deutschland hatte sie „ein gesellschaftliches Problem“ ausgemacht. Eine Auffassung, die die Familienministerin teilte: „Wir müssen die gesellschaftlichen Rollenbilder aufbrechen“, sah sie Handlungsbedarf, um mehr Männer für einen „fantastischen Beruf“ zu begeistern.

Ministerin Schäfer fand es „hochspannend anzuschauen, was im ländlichen Raum passiert“. Auch hier seien die U3-Betreuung und die Kindertagespflege ein Thema, betonte der Landtagskandidat Michael Scheffler. Klar, denn auch auf dem Land müssen berufstätige Eltern eine Lösung für die Betreuung ihrer Kinder finden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bezeichnete die Ministerin als ein wichtiges Thema, dem sich ihr Ministerium intensiv widme. Die frühere schwarz-gelbe Landesregierung habe beispielsweise den Ausbau der U3-Betreuung sträflich vernachlässigt. „Die haben nur umgewandelt und keine neuen Plätze geschaffen“, blickte Schäfer zurück. Rot-Grün habe den Schalter umgelegt. „Da kommt jetzt Dynamik 'rein. Dafür haben wir ein 400-Millionen-Euro-Programm aufgelegt“, rückte sie die eigene Politik ins Licht. ▪ Volker Griese

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