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Vollsperrung droht: Chaos auf B236 perfekt 

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Baustellenabsperrung
Eine Vollsperrung droht auf der B236. Dann wäre das Verkehrschaos perfekt. © Symbolbild: Bildagentur PantherMedia / Stefan Fix

Die Felsnasen sind im Weg und müssen weg. Vermutlich werden sie gesprengt. Unter Vollsperrung der B236. Das bedeutet Verkehrschaos pur, denn an der Stelle gibt es jetzt schon immer wieder kilometerlange Staus.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Felsnasen sind mal spitz, mal buckelig. Und mit roten Markierungen versehen. Dass das nichts Gutes bedeutet, ahnt der Autofahrer, der sich durch die Baustelle zwängt. Nach dem Stau wohlbemerkt, der an manchen Tagen den letzten Nerv raubt. „Die Geologen müssen noch mal gucken“, sagt Andreas Berg, Pressesprecher des Landesbetriebes Straßen.NRW und verkündigt das Unheil vorsichtig: „Gegebenenfalls müssen Quellsprengungen stattfinden.“

Unter Vollsperrung. Das dürfte verkehrstechnisch der Super-Gau in Nachrodt werden. Eine Sperrung der B 236 im Nadelöhr Nachrodt kann für den kompletten Lennetal-Verkehr nur eine Katastrophe sein. Allerdings nicht heute oder morgen, sondern erst im Frühjahr 2022.

Besonderes Sprengverfahren

Die Baustelle zwischen ehemals Rastatt und ehemals Böhland mutiert vom Kummer-Ort zur Desaster-Geschichte. Denn die Felsnasen, die schon fast über die Straße gucken, können nicht bleiben und einfach in die geplante Felssicherung integriert werden. Denn wenn dort Stahlnägel für die Fangzäune eingeschlagen werden, ragen eben diese in das Lichtprofil. Die Nasen müssen also augenscheinlich weg, was aber nicht mit einer üblichen Sprengung passieren soll.

Der Hang an der B236 in Nachrodt wird weiter geräumt und erste kleinere Netze werden dort angebracht.
Der Hang an der B236 in Nachrodt wird weiter geräumt und erste kleinere Netze werden dort angebracht. © Fischer-Bolz, Susanne

Kein lauter Knall, kein Staub. Vielmehr werden bei einer Quellsprengung die Klüfte mit einem quellfähigen Stoff (Holz oder Hanf) gefüllt. Gibt man nun Wasser zu dem Quellstoff hinzu, so saugt dieser das Wasser auf und dehnt sich aus. Die dabei entstehenden Kräfte wirken in alle Richtungen gleich stark. Andreas Berg erklärt, dass es im Prinzip wie ein Kissen funktioniert, das mit Wasser aufgepumpt wird.

Kleinere Netze kommen an den Hang

Der Fels wird so immer weiter abgespreizt und fällt dann runter. Dieses Verfahren ist in Nachrodt angedacht, aber noch ist nichts in trockenen Tüchern, noch müssen die Geologen weitere Untersuchungen vornehmen. Es gibt keinen Bauzeitenplan, es gibt keine Angaben dazu, wie lange eine mögliche Vollsperrung dauern wird.

Unterdessen steht aber schon fest, dass in diesen Tagen mit weiterer Hangberäumung und mit dem Anbringen von ersten kleineren Netzen begonnen werden soll – und zwar von Altena kommend links am Hang, der niemandem gehört. Bei dem Felsgestein handelt es sich um feinkörnigen, tonig gebundenen Sandstein mit vereinzelt grauen Tonstein-Einschaltungen, wie es im Fachjargon heißt.

Bürgermeisterin: Vollsperrung „eine Katastrophe“

Auch Bürgermeisterin Birgit Tupat sieht das Unheil der Vollsperrung mit großen Schritten auf Nachrodt zueilen. Gespräche mit Straßen.NRW hat es bereits gegeben und ein weiteres Treffen steht im November an. „Natürlich ist das aus unserer Sicht eine Katastrophe, aber es gibt wohl keine andere Lösung. Wir arbeiten nun mit Hochdruck daran, dass die Ehrenmalstraße saniert und freigegeben wird, sonst haben wir zwei getrennte Ortsteile“, sagt Birgit Tupat. Angedacht ist, den Schwerlastverkehr großräumig umzuleiten – über Ihmert wahrscheinlich.

Die Gemeindeverwaltung hat auch vorgeschlagen, dass es für die Ehrenmalstraße eine Höhenbegrenzung geben soll. Der Verkehr, der von Letmathe kommt und hinter der Lennebrücke rechts in die Ehrenmalstraße biegt, könnte so reguliert werden, dass Autos, Busse und Feuerwehrfahrzeuge durchkommen, aber kein Schwerlastverkehr.

„Anders ist ein Super-Gau nicht zu verhindern“, sagt die Bürgermeisterin. Die jetzige Einbahnstraßenregelung für die Ehrenmalstraße wird dann aufgegeben. Letztlich bedeutet dies aber auch, dass alle Autofahrer, die von Letmathe nach Altena oder von Altena nach Letmathe wollen, an der Grundschule vorbei müssen.

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