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Bald letzte Sprengung an der B236

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Die Staubwolken, die bei den Arbeiten am Fels entstehen, machen den Anwohnern fast tagtäglich zu schaffen.
Die Staubwolken, die bei den Arbeiten am Fels entstehen, machen den Anwohnern fast tagtäglich zu schaffen. © Privat

Es ist bald geschafft: Für Donnerstag, 14. Juli, ist die letzte Sprengung am Fels geplant. Dann donnert das letzte Mal Gestein auf die B 236, dann ist das Ende der Vollsperrung zumindest in Sicht.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Arbeiten sind absolut im Zeitplan, selbst an Samstagen arbeiten die Mitarbeiter der Firma Feldhaus. „Es ist eine Vorbildbaustelle“, meint Projektleiter Jan Pfänder, „bis jetzt läuft alles nach Plan, es gibt keine Verzögerungen, keine Lieferengpässe, keine nicht zu verkraftenden Ausfälle wegen Corona.“ Doch natürlich möchte er nicht den Morgen vor dem Abend lohnen – noch ist es nicht geschafft. Auch Andreas Berg, Pressesprecher von Straßen.NRW, ist guter Dinge, dass die Tage der Vollsperrung in Nachrodt gezählt sind. „Das Wetter spielt uns in die Karten“, sagt Berg. Das abgebrochene Felsgestein, die Grauwacke, wird von Tiefbauer Sigi Müller abtransportiert, gebrochen und kann als gutes Material weitergenutzt werden.

Absauganlagen gegen den Staub

Dass sich die Bewohner, die nah am Fels und an der Ehrenmalstraße wohnen, nicht nur aufgrund der täglichen Staus direkt vor der Haustür, sondern durch den erheblichen Staub sehr belästigt fühlen, verstehen Jan Pfänder als auch Andreas Berg gut. Sie sagen aber auch, dass die Mitarbeiter Absauganlagen und spezielle Düsen vor Ort einsetzen. Die Staubentwicklung entsteht zum einen beim Bohren der Sprenglöcher, aber auch beim Spritzbeton oder dann, wenn die Baumaschinen im Einsatz sind. „Die Absaugung kann nicht den ganzen Staub aufnehmen“, so Jan Pfänder. Die Bauarbeiter haben persönliche Schutzausrüstungen inklusive Staubmasken. „Wo gehobelt wird, fallen Späne“, bittet Jan Pfänder um Verständnis, dass es auch zu Belästigungen kommt. „Mitten in der Bebauung ist das alles natürlich nicht optimal.“ Regen würde den Staub natürlich eindämmen. Die Maßnahme des Abspritzens mit Wasser mache man auch, „aber das ist eher eine große Sauerei.“

Anwohner zählen die Tage

Unterdessen zählen die Bewohner der Ehrenmalstraße die Tage bis zum Ende der B 236-Vollsperrung, sehr wahrscheinlich im August. „Die Anwohner drehen hier wirklich langsam am Rad“, weiß Helmut Kruse. Durch das Bohren in die Felswand entstehe so ein erheblicher Staub, der auf das gesamte angrenzende Gelände niederschlage. „Wir können keine Wäsche mehr zum Trocknen draußen aufhängen und auch nicht die Fenster tagsüber öffnen“, so der Nachrodter Bestatter, der aber gleichfalls die „fleißigen Arbeiter der Firma Feldhaus lobt“, die bis in die Abendstunden und samstags aktiv sind. An den extremen Durchgangsverkehr habe man sich langsam schon gewöhnt.

Kein Weiterkommen

Apropos gewöhnt: Dass hinter der katholischen Kirche kein Weiterkommen ist, haben nun auch die letzten Verkehrsteilnehmer verstanden. Gab es am Anfang noch viele – auch geglückte – Versuche, die Absperrungen zu durchbrechen, ist jetzt Ruhe eingekehrt. Auch Fahrradfahrer und Fußgänger lassen das gefährliche Unterfangen sein. „Das haben wir alles so abgesichert, dass eigentlich keiner mehr durchkommt“, sagt Jan Pfänder.

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