Mann flippt bei Kontrolle aus

Im Vollrausch: Fahrer schnappt wie ein Hund nach Polizisten

Im Vollrausch: Fahrer schnappt wie ein Hund nach Polizisten
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Im Vollrausch: Fahrer schnappt wie ein Hund nach Polizisten (Symbolbild)

Völlig ausgeflippt ist ein Mann im Vollrausch bei einer Polizeikontrolle in Einsal. Alle Beteiligten gingen verletzt aus der Begegnung hervor.

Nachrodt-Wiblingwerde - Völlig von der Rolle war ein 55-jähriger Mann, der im Juni 2019 in eine Polizeikontrolle auf der Opperhusener Straße in Einsal geriet. In Schlangenlinien sei der stark alkoholisierte 55-Jährige gefahren, erinnerte sich ein Polizeibeamter an einen Einsatz, der für ihn mit einer

blutigen Fleischwunde am Oberarm endete. 

Zuvor hatte sich der Angeklagte geweigert zu pusten und dem Beamten das Atemalkoholgerät aus der Hand geschlagen. „In Kampfsportmanier hat der Angeklagte versucht, die Beamten zu treten“, fasste Staatsanwältin Ina Pavel den Beginn einer erbitterten Auseinandersetzung zusammen. 

"Geschnappt wie ein Hund"

„Er versuchte nach mir zu schnappen wie ein Hund“, erinnerte sich einer der Beamten an eine verbissene Rangelei und einen „Bodenkampf auf dem Asphalt, mehrere Minuten lang bis der zweite Streifenwagen eintraf“. 

Auch der Angeklagte ging nicht ohne Spuren aus dem erbitterten Nahkampf hervor: Im Gegenzug für den Biss in den Oberarm bekam er zwei Faustschläge ins Gesicht. So die Version der Polizisten. 

„Erst gab es die Blendschläge, dann den Biss in den Oberarm“, erklärte hingegen Verteidiger Ralf Lengelsen für seinen Mandanten. „Multiple Verletzungen“ habe der 55-Jährige aufgewiesen: Von Hämatomen und Schürfwunden über eine Jochbeinschwellung und herausgerissene Ohrringe bis zu tauben Gliedmaßen. Sechs Wochen lang sei er arbeitsunfähig gewesen. 

"Schrammen abbekommen"

Die Polizeibeamten erlitten diverse Prellungen. „Kann sein, dass er die eine oder andere Schramme abbekommen hat“, bestätigte eine Beamtin. Der Angeklagte selber hatte an den Abend „nicht die geringste Erinnerung“.  

Eine ihm entnommene Blutprobe wies eine Blutalkoholkonzentration von 2,15 Promille auf. Auch ein Cannabis-Produkt hatte er zu sich genommen. So kam strafrechtlich einiges zusammen: eine Trunkenheitsfahrt, ein tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und gefährliche Körperverletzung.  

„Es tut mir leid. Es war falsch, ich weiß“, erklärte der Angeklagte in seinem letzten Wort. Staatsanwältin Ina Pavel beantragte eine Haftstrafe von zehn Monaten und 100 Sozialstunden als Bewährungsauflage. 

150 Sozialstunden

Der Verteidiger wies noch einmal darauf hin, dass man seinem Mandanten „auch einiges verpasst“ habe und hielt eine Geldstrafe für ausreichend. „Das waren Taten, die nicht mehr zu ihm passen. Dinge, die ihm in normalem Zustand nicht hätten passieren können.“ 

Richter Dirk Reckschmidt folgte jedoch dem Antrag der Staatsanwältin und verhängte 150 Sozialstunden als Bewährungsauflage. Eine Fahrerlaubnis kann der 55-Jährige erst nach Ablauf von weiteren fünf Monaten beantragen. „Ein völlig überflüssiger Widerstand“, verabschiedete er den Angeklagten. „Es brauchte vier Mann, um Sie runterzukriegen."

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