Ärger um Volkstrauertag: Wiblingwerder sauer

Volkstrauertag in Nachrodt
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Eine zentrale Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Nachrodt-Wiblingwerde möchte nicht jeder.

Der Ärger um den Volkstrauertag geht in die nächste Runde: Mit einer zentralen Gedenkveranstaltung für alle in der Gemeinde sind die Wiblingwerder gar nicht einverstanden.

Nachrodt-Wiblingwerde – Nach der – durchaus umstrittenen – Entscheidung im Rat, nur eine zentrale Gedenkfeier zu veranstalten und diese abwechselnd an den Ehrenmalen in Nachrodt, Wiblingwerde und Veserde stattfinden zu lassen, gibt es großes Unverständnis im Höhendorf. Und Widerstand.

Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Wiblingwerde akzeptiert die Regelung nicht. Der Volkstrauertag wurde im oberen Gemeindebezirk immer eigenständig organisiert, und die Verantwortlichen wollen sich erneut treffen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.

Volkstrauertag in Nachrodt-Wiblingwerde: Genug Besucher für mehrere Vernastaltungen

„Das ist keine Sache, die von irgendwelchen Ratsmitgliedern bestimmt werden kann. Es ist traurig, dass Kommunalpolitiker so entscheiden, offensichtlich Menschen, die keinen Bezug zum Krieg haben“, sagt Rainer Nowak, Vorsitzender des Presbyteriums.

Zudem gehe nicht nur der Blick zurück zum Krieg. „Man muss nur auf den Konflikt in Belarus gucken oder auf die Spannungen der Türkei mit Griechenland. Man muss sich nur in der Welt umschauen. Der Volkstrauertag ist auch eine Mahnung“, sagt Rainer Nowak.

Männergesangsverein, Posaunenchor, Feuerwehr, Kirchengemeinde: Sie sind die Säulen des Volkstrauertages im oberen Gemeindegebiet. „Und es ist keinesfalls so, dass keine Besucher mehr zum Trauertag kommen. 60 bis 70 Leute sind immer dabei“, sagt Rainer Nowak.

Volkstrauertag in Nachrodt-Wiblingwerde: Verzicht war nie ein Thema

Aufgrund der knappen Zeit – vor dem Gottesdienst eine Gedenkfeier in Veserde, nach dem Gottesdienst in Wiblingwerde – hatten die Beteiligten im Höhendorf beschlossen, den Volkstrauertag im Wechsel in Veserde und Wiblingwerde zu veranstalten. Von einem kompletten Verzicht war nie die Rede.

Das würde aber so sein, wenn der Ratsbeschluss umgesetzt wird. Denn wenn die zentrale Gedenkfeier in Nachrodt stattfinden würde, gäbe es „oben“ nichts. Die Wiblingwerder wollen nicht das Nachsehen haben, nur weil man in Nachrodt die Vereine nicht mobilisieren könne.

Von der Gemeindeverwaltung wurde dem Volksbund Deutsche Kriegsgräber gemeldet, dass die zentrale Veranstaltung in diesem Jahr in Veserde stattfindet. Allerdings möchte Bürgermeisterin Birgit Tupat angesichts der Debatte noch mal mit den Fraktionen sprechen.

Ob der „alte Rat“ noch seine Entscheidung kippt? Die Diskussionen um die Gedenkfeiern begannen, als in Veserde erstmals im vergangenen Jahr kein Kranz am Ehrenmal niedergelegt wurde

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