Vielseitiges Konzert mit einigen Überraschungen

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Höhepunkt des Konzertes: Der MGV trägt gemeinsam mit Anna Löffler (l.) am Zimbal und Alfia Möllmann (r.) am Klavier das „Walzergefühl“ von Schostakowitsch vor. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Der Männergesangverein Wiblingwerde 1895 bot am Sonntagnachmittag in den Räumen des Gemeindehauses in Wiblingwerde rund 80 Zuhörern ein abwechslungsreiches Konzert mit klassischer und moderner Chormusik. Der MGV, der jetzt unter der Leitung von Alfia Möllmann steht, überzeugte anspruchsvolle Interpretationen.

Es war deutlich erkennbar, dass sich die Sänger intensiv auf das Konzert vorbereitet hatten. Die Einsätze stimmten, die Stimmen harmonierten bestens miteinander. Der Zusammenklang von Bass und Tenor war durchaus hörenswert. Der MGV zeigte sich am Sonntag vielseitig. Neben dem „Bajazzo“ waren Lieder wie „Über den Wolken“ von Reinhard Mey oder auch „Ein Freund, ein guter Freund“ aus dem Film „Die Drei von der Tankstelle“ zu hören. Die 23 Sänger hatten ein Programm aufgestellt, dass mit einigen Überraschungen aufwarten konnte. Dazu zählte der Auftritt der noch sehr jungen Musikerinnen Michaela Lieder (Geige) und Judith Fink (Klavier). Sie begeisterten das Publikum mit einem Werk von Max Bruch, einem Komponisten, der für seine sehr anspruchsvollen Satzgefüge bekannt ist. Gleichwohl wagten sich die beiden jungen Frauen an eines seiner Werke, das „Konzert für Violine in g-moll“. Der Vortrag sicherte ihnen einen großen Applaus.

Über ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums konnte sich Anna Löffler aus Altena erfreuen. Die aus Weißrussland stammende Musikerin beherrschte ihr Instrument, das Zimbal, virtuos. Dieses über 76 Saiten verfügende Instrument wird mit zwei kleinen Schlagklöppeln – ähnlich denen eines Xylophons – gespielt. Löffler beeindruckte das Publikum mit der „Sonate in E-Dur“ von Georg Friedrich Händel. Begleitet wurde sie von Alfia Möllmann am Klavier.

Als Höhepunkt der Veranstaltung ist aber der gemeinsame Auftritt des MGV mit Anna Löfflers und Alfia Möllmanns zu sehen, die gemeinsam das „Walzergefühl“ aus der Feder des russischen Komponisten Dimitri Schostakowitsch vortrugen. Die bekannteste Interpretation dieses Werkes stammt von André Rieu und seinem Johann-Strauß-Orchester. Der Vortrag am Sonntag war aber auch absolut hörenswert.

Im Rahmen des Konzertes nahm Thorsten Potthoff, Vorsitzender des Sängerkreises Lüdenscheid, Ehrungen vor. Für 40-jährige Mitgliedschaft im MGV Wiblingwerde zeichnete er Hans-Otto Seuster und Ernst-August Dahlhaus aus. Beide würdigte Potthoff als sehr engagierte und aktive Sänger. Darüber hinaus wurde Siegfried Tietze verabschiedet, der 33 Jahre lang Chorleiter des MGV gewesen war. Potthoff erklärte in seiner Laudatio, dass Tietze zu den wenigen Dirigenten gehöre, die auch lange Wege zu den Chorstunden nicht scheuten und darüber hinaus in der Lage seien, einen Chor zum Erfolg zu führen. Unter der Leitung Tietzes gewann der MGV mehrere Preise. Am Sonntagnachmittag leitete Tietze den MGV Wiblingwerde während seines ersten Vortrages zum letzten Mal. ▪ hb

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