Verwalter bedient sich an Treuhandkonten

Die Staatsanwaltschaft ermittelt - Justitia wird sich wohl mit dem Fall befassen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die Hagener Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Untreue gegen einen Immobilienverwalter aus dem Raum Iserlohn. Es geht um viel Geld: „Insgesamt wohl 500 000 Euro“ habe er veruntreut, so bestätigte gar der Beschuldigte selbst gegenüber unserer Zeitung. Betroffen sind vor allem Wohnungseigentümer einer großen Wohnanlage in Letmathe - und zu einem geringeren Teil auch die Walzwerke Einsal. Der 66-Jährige Immobilien-Wirt hat sich dabei an den Treuhandkonten bedient.

Bei den Walzwerken spricht Geschäftsführer Dr. Bodo Reinke von knapp 50 000 Euro, die von dem Mann veruntreut worden seien. Sechs große Mietshäuser besitzen die Walzwerke in Nachrodt, für die der Mann in fast allen organisatorischen Belangen zuständig war. Wie Reinke weiter erläuterte, habe es auch regelmäßig Rechenschaftsberichte gegeben, die aber nicht immer ganz koscher gewesen seien. Es gab Ausreden, irgendwann sei das alles aber nicht mehr glaubwürdig gewesen.

Dann gab es jüngst ein umfangreiches Schreiben des Immobilien-Verwalters, offenbar an all jene, deren Geld er veruntreut hatte. In dem Schreiben, das der Redaktion vorliegt, gibt er seine Tat zu. Den betroffenen Kunden schreibt er, dass er sein Büro schließen müsse. „Der Grund ist die Veruntreuung von Geldern - darunter auch Ihres Verwaltungskontos“. Nach den Worten des Immobilienwirtes habe er mit seinem Unternehmen über einen längeren Zeitraum Verluste gemacht, er habe sich daher an den Konten bedient. Er habe auf bessere Zeiten gehofft, um dann das Geld „kurzfristig wieder zurückzuführen“. Indes - Die veruntreute Summe sei in den Jahren derart angewachsen, dass er keine Chance sehe, den Schaden gut zu machen, heißt es in dem Schreiben.

Bei den Walzwerken reagierte man nach dem Schreiben flott, holte alle nötigen Unterlagen und Dokumente persönlich aus dem Büro des Verwalters. Die Geschäftsführung der Walzwerke kümmert sich nun direkt um die Verwaltung der Wohneinheiten und um die Belange der Mieter. Dr. Bodo Reinke betonte, dass es keine Unannehmlichkeiten für die Mieter geben werde. Er selbst zeigte sich erschüttert und enttäuscht über den Vertrauensbruch. Wo das veruntreute Geld hingeflossen ist, will man bei den Walzwerke natürlich auch wissen, doch seitens des öffentlich-rechtlichen Unternehmens, bei dem das Treuhandkonto geführt wird, zeige man sich wenig auskunftsfreudig.

Der Immobilien-Wirt selbst verweist darauf, dass das Geld in seiner Firma versickert sei. Zudem betonte er, dass er sich derzeit - im Rahmen der ihm noch verbliebenen Möglichkeiten - um Schadensbegrenzung bemühe. ▪ Peter von der Beck

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare