Kindergärten und Grundschule vereinbaren Kooperation

Vertreter von Grundschule und Kindergärten haben am Dienstagnachmittag im Amtshaus eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die die Bildungschancen von Kindern in der Gemeinde erhöhen soll. Foto: Griese

Nachrodt-Wiblingwerde - Die Vertreter der Gemeinschaftsgrundschule Nachrodt-Wiblingwerde und der Kindergärten im Gemeindegebiet haben am Dienstag eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, in der sie sich verpflichten, ihren Bildungsauftrag gemeinsam umzusetzen.

„Zum Teil wurde aufgeschrieben, was bei uns schon seit längerer Zeit umgesetzt wird, zum Teil sind es Absichtserklärungen“, sagte Grundschulrektor Johannes Illerhaus über das Papier. Ziel der Einrichtungen sei es, „Kindern die Inhalte, Impulse und Anregungen zu geben, die sie benötigen, damit sie sich Werte, soziale und emotionale Kompetenzen, Wissen und Fertigkeiten aneignen können“, heißt es in der Präambel der Vereinbarung. Hintergrund ist die Überlegung, dass Lernen für Kinder längst nicht mehr erst in der Schule beginnt. Vielmehr setzt ihr Bildungsprozess schon im Kindergarten ein, der sie auf ihre spätere Schulzeit vorbereitet. Weil Kindergärten und Grundschule die gemeinsame Aufgabe haben, die Bildungschancen eines jeden Kindes individuell zur Entfaltung zu bringen, sollen sie ihre Bildungskonzepte aufeinander abstimmen. Verbindlich haben sich beide Seiten in der Vereinbarung deshalb zum Beispiel auf gemeinsame Sitzungen von Erziehern und Lehrern, gemeinsame Elternabende und gemeinsame Informationsveranstaltungen von Eltern für Vierjährige verständigt. Auch die Sprachstandfeststellung soll ein verbindlicher Schwerpunkt der Kooperation sein. Für erstrebenswert halten sie darüber hinaus unter anderem die gegenseitige Hospitation von Erziehern und Lehrern , gemeinsame Feste und Projekte, gemeinsame Fortbildungen und Übergabegespräche zwischen Kindergarten und Schule. Der Grundschulstandort Nachrodt geht die Kooperation mit dem Awo-Kindergarten, dem St. Elisabeth-Kindergarten und dem Evangelischen Familienzentrum Fibs ein, die Grundschule in Wiblingwerde kooperiert mit dem dortigen Evangelischen Kindergarten und dem Waldkindergarten.

Für Michael Czech vom Regionalen Bildungsbüro MK, das solche Kooperationsvereinbarungen zwischen Kindergärten und Grundschulen schon in zwölf Städten und Gemeinden im Kreis auf den Weg gebracht hat, ist wichtig, dass mit diesem ersten Schritt nun feste Strukturen geschaffen werden, die kreisweit gelten. „Es gibt vielerorts schon gute Kooperationen, aber sie sind noch nicht flächendeckend“, sagte er. Sobald bis zum Jahresende die Vereinbarungen auch in Menden, Meinerzhagen und Halver unterzeichnet sind, sollen kreisweit kommunale Bildungskonferenzen stattfinden. Auch kreisweite Fortbildungen seien denkbar, erklärte Czech, der die Vernetzung aller Akteure im Kreis für wichtig hält, um die Bildungschancen von Kindern zu verbessern. - Volker Griese

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