Vermisstes Mädchen in Menden: Nachrodter Strömungsretter suchen 14 Stunden in der eiskalten Hönne

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In der kalten Hönne suchten die Retter nach dem vermissten Mädchen.

Nachrodt-Wiblingwerde – 14 Stunden haben Retter aus Nachrodt nach der kleinen Lia (10) aus Menden gesucht - und das in der eiskalten Hönne. Ein harter Einsatz, der an ihre Grenzen ging.

Dunkelheit. Hoher Wasserstand. Starke Strömung. Kälte. Für die Strömungsretter aus Nachrodt war es der härteste Einsatz überhaupt. 

Doch niemand wollte die Suche nach dem zehnjährigen Mädchen aus Menden aufgeben, das am Samstag aus ihrem Elternhaus spurlos verschwunden war. 

Am Fluss hatte sich die Spur des Kindes verloren. Die Angst, es könnte in die Hönne gefallen sein, hielt die Retter in Atem. „Jeder wollte alles geben, um das Kind zu finden“, sagt Kreisbrandmeister Michael Kling, der am Samstag selbst mit im Wasser war und in Nachrodt-Wiblingwerde lebt. 

Retter  von Strömung weggetrieben worden

Acht Strömungsretter aus der Doppelgemeinde leisteten unter Leitung von Tobias Murza nahezu Unmenschliches, in dem sie Samstag und Sonntag insgesamt 14 Stunden in der eiskalten Hönne nach dem Mädchen suchten.

„Mehrfach sind unsere eigenen Leute weggetrieben worden“, erzählt Michael Kling von der ungewöhnlich starken Strömung des Flusses. Dass sich die Retter anseilen und sichern, ist nicht möglich, da es ein hohes Risiko gibt, bei einer Leinenverbindung unter Wasser gedrückt zu werden. 

Mit Stöcken suchten die Retter den Grund des Flusses ab.

Die Suche, die zunächst am Sonntagabend ergebnislos abgebrochen werden musste, war Schwerstarbeit. „Wir gehen nach einem Schema vor: Man fängt an der Stelle an, an der die Person zuletzt gesehen wurde und arbeitet sich flussabwärts vor.

Dabei muss man immer die Strömung beobachten. Danach kann man beurteilen, wohin ein Körper treiben würde. In Rechtskurven an die linke Seite beispielsweise. Die Strömungsretter waten durch das Wasser und suchen auch mit Stöcken den Grund ab und auch das Ufer“, erklärt Michael Kling die gezielte Suche, die mit wasserdichten Lampen unterstützt wird. 

Hoffnung bleibt

Da das Mädchen eine Behinderung hat und nicht um Hilfe schreien würde, hatte man die Hoffnung, dass es sich vielleicht am Ufer versteckt.

„Die Hoffnung haben wir immer noch, dass sie gefunden wird“, sagt Michael Kling. Er möchte sich zudem bei der Bevölkerung bedanken, die sich „sehr rührend um uns gekümmert hat“. Bürger kamen mit Kaffee, Kuchen und Pizza vorbei. 

Das DRK Menden hatte Handtücher und Decken für die Strömungsretter, die komplett durchgefroren waren. Im Gymnasium konnten sie heiß duschen, bevor es Samstagnacht um 2 Uhr nach Hause ging. Sonntag um 8.30 Uhr waren die Strömungsretter wieder in Menden. 

Das Mädchen ist immer noch verschwunden. Polizeibeamte ermitteln mit Nachdruck im Wohn- und sozialen Umfeld der Familie. Zudem wurde die Suche am Montag  fortgesetzt.

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