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Verkehrsdrama in Nachrodt: Darum kontrolliert die Polizei nicht

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Ehrenmalstraße: Etliche Autofahrer verloren die Nerven und versuchten kurz hinter der Grundschule zu drehen.
Ehrenmalstraße: Etliche Autofahrer verloren die Nerven und versuchten kurz hinter der Grundschule zu drehen. © Fischer-Bolz, Susanne

„Die Polizei muss kommen. Und einen nach dem anderen herausfischen, der die Ehrenmalstraße verstopft, aber dort gar nicht sein darf.“ Das ist die sehr verbreitete Meinung der Nachrodt-Wiblingwerder, die sich täglich aufgrund der Vollsperrung der B236 durch den Stau auf der Umleitungsstrecke quälen müssen.

Wohin das Auge reicht: auswärtige Kennzeichen. Mittlerweile kommt die vor sich hinkriechende Blechlawine ab den Walzwerken immer wieder zum Stillstand. Vom scharfen Eck bis zum Dümpel am Montagnachmittag: 42 Minuten. Doch die Polizei kann nichts machen. Denn: Niemand ist dort unberechtigter Weise unterwegs.

Es gibt eine Regelung im Bundesfernstraßengesetz: „Die besagt sinngemäß, dass die Bundesstraßen auf jeden Fall freigehalten werden müssen. Und das beinhaltet auch die benötigten Umleitungsstrecken“, sagt Polizeisprecher Christof Hüls. Abgesehen davon wäre den Nachrodt-Wiblingwerdern auch überhaupt nicht geholfen, wenn man „Durchfahrt verboten-Schilder“ mit dem Zusatz „Anlieger frei“ aufstellen würde. Selbst wenn das möglich wäre, was es nicht ist, „dann beschränkt sich dieses Anliegen auf die Straße. Wenn beispielsweise ein Einsaler zum Amtshaus möchte, dürfte er nicht die Ehrenmalstraße befahren, weil er kein Anliegen an der Ehrenmalstraße hat“, erklärt Christof Hüls.

Keine Sonderrechte

Fakt ist: Man kann den Bürgern in Nachrodt-Wiblingwerde keine Sonderrechte einräumen. Schilder „Nur für Nachrodt-Wiblingwerder frei“ sind noch nicht erfunden. Auch nicht für andere Bevölkerungsgruppen.

Am scharfen Eck angekommen: Von hier bis zum Dümpel in 42 Minuten.
Am scharfen Eck angekommen: Von hier bis zum Dümpel in 42 Minuten. © Fischer-Bolz, Susanne

Zum Ruf nach der Polizei sagt Christof Hüls unter den gegebenen Umständen: „Was sollen wir kontrollieren? Die Lkw kommen nicht an den Höhenbegrenzungen weiter. Meine persönliche Beobachtung ist, dass die Lkw-Fahrer, die sich verirrt haben, vor den Ampeln stehen, alles blockieren und sich dann zurückmogeln. So lange sie nicht durch die Sperrzone gefahren sind, kann man ihnen nichts vorwerfen. Bis dahin haben sie keinen Verstoß begangen.“

Hinweisschilder werden nicht beachtet

Allerdings findet es auch Christof Hüls merkwürdig, dass die vielen Hinweisschilder, die auf die Sperrung aufmerksam machen, augenscheinlich nicht beachtet werden. Jeden Tag kommt es mehrfach dazu, dass beispielsweise kurz vor der Lennebrücke riesige Sattelschlepper versuchen, an dem kleinen Kreisverkehr an der von-Bodelschwingh-Straße/Kirchstraße zu drehen. Hinzu kommen die Lkw, die von Wiblingwerde ‘runterkommen und für erhebliche Engpässe sorgen – und von denjenigen, die über die K24 ihr Glück versuchen, können Anwohner auch tagtäglich berichten. „Ja, es es ist tatsachlich eine erhebliche Belastung für alle Nachrodt-Wiblingwerder. Wir müssen alle versuchen, uns zu arrangieren“, sagt Christof Hüls und ergänzt „Wir spüren jetzt, was uns durch die A45 eigentlich erspart bleibt.“

Höhepunkt des Dramas war in den vergangenen Tagen übrigens die zusätzliche Sperrung der A45 für die Prüfung der Talbrücke Brunsbecke zwischen Hagen-Süd und Lüdenscheid-Nord, was in der kleinste Gemeinde des Kreises zum „Supergau“ führte. Denn auch laut Google führt der beste Weg durch Nachrodt und die Ehrenmalstraße. Die offizielle Umleitungsstrecke wird nicht angezeigt.

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