1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Nachrodt-Wiblingwerde

Verkehrschaos beschäftigt Politik: Jetzt gibt es eine neue Lösungsidee

Erstellt:

Von: Susanne Fischer-Bolz

Kommentare

Eine Engstelle nach der anderen: Nach der Baustelle an der Lennebrücke folgt die zweite aus Letmathe kommend hinter der nächsten Kurve. Die Schaltung beider Ampeln kann nicht so miteinander gekoppelt werden, dass Fahrzeuge in einem Rutsch durch beide Baustellen kommen.
Eine Engstelle nach der anderen: Nach der Baustelle an der Lennebrücke folgt die zweite aus Letmathe kommend hinter der nächsten Kurve. Die Schaltung beider Ampeln kann nicht so miteinander gekoppelt werden, dass Fahrzeuge in einem Rutsch durch beide Baustellen kommen. © Henrik Wiemer

Seit die Rahmedetalbrücke auf der A 45 gesperrt ist, kann die Fahrt durch Nachrodt zu einer echten Tortur werden. Im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss war das jetzt Thema. Es gibt einen interessanten Lösungsansatz.

Nachrodt-Wiblingwerde – Es ist einfach nicht schön, durch Nachrodt zu fahren. Weil man nicht fährt, sondern meistens steht. Und natürlich war die nervenraubende Verkehrssituation auch Thema im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss. Mit ganz interessanten Forderungen – von Matthias Lohmann zum Beispiel.

„Wir sehen das unglaubliche Chaos, das wir seit der Sperrung der Autobahnbrücke tagtäglich hinnehmen müssen. Diejenigen, die durch Lüdenscheid, Lenne- oder Volmetal fahren oder Anlieger sind, stellen fest, dass der Schwerverkehr vorwiegend Transit-Verkehr ist. Wenn ich mir die Kennzeichen anschauen, sehe ich dreiviertel der Lkw aus Osteuropa.

Mautgebühren

Das ist kein Zubringerverkehr, der ist im kompletten Märkischen Kreis unterwegs. Sie wollen ins Sauerland, Siegerland oder viel weiter fahren“, so Matthias Lohmann, der selbst jeden Tag von Wiblingwerde zum Buckesfeld nach Lüdenscheid muss. Er regt eine Petition an.

Und dabei geht es um Mautgebühren. „Ich möchte gern, dass das Lennetal, die A 45 bis Lüdenscheid und auch das Volmetal eine erheblich erhöhte Maut bekommen, und dafür die A 1, A 3 und A 4 von der Maut befreit werden, sodass für die vielen Lkw-Fahrer, die im Moment zwei Stunden Stau in Kauf nehmen, um Mautgebühren zu sparen, eine zusätzliche Motivation bekommen, die große Umwegstrecke zu fahren. Denn das, was sich im Moment hier abspielt, können wir nicht fünf Jahre ertragen.“

Hoffen auf ein Wunder

Bürgermeisterin Birgit Tupat möchte das Thema bei einer Bürgermeister-Konferenz ansprechen. Und Gerd Schröder (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses, scheint auf ein Wunder zu hoffen.

„Wir haben in den letzten Jahren das Desaster in Berlin mit dem Flughafen erlebt, das Desaster mit dem Bahnhof in Stuttgart auch, und wir sollten beim Thema Rahmedetalbrücke einen Präzedenzfall schaffen, dass diese Brücke in zwei Jahren fertig ist. Die Ingenieure sind dazu in der Lage, aber die Genehmigungsverfahren und die Bürokratie hindern uns an solchen Maßnahmen.“

Zwei Baustellen hintereinander

In Nachrodt sind die Auswirkungen der Autobahnsperrung erheblich. Dabei sorgen die beiden Baustellen hintereinander – an der Lennebrücke und am Felsen – für das Tüpfelchen auf dem I für das Chaos an der B 236. Einen Zeitpunkt für die Fertigstellung der Hangsicherung gibt es noch nicht.

Aber: Tatsächlich ist nicht damit zu rechnen, dass dann die Ampelregelung aufgehoben wird, schließlich gibt es noch das Problem mit der Felsnase, die über kurz oder lang gesprengt werden muss. Solange Gefahr in Verzug ist, beziehungsweise dies so bewertet wird, wird Straßen.NRW die einspurige Verkehrsregelung beibehalten.

Ampelschaltung nicht optimal

Immer wieder neue Versuche gibt es bei der Ampelschaltung, die nicht optimal zwischen den beiden Baustellen gekoppelt ist. „Wenn man von Altena Richtung Letmathe fährt, kann man durchfahren, andersherum aber nicht“, so Ronny Sachse (SPD). Tatsächlich läuft das so auch nicht mehr, der Verkehr hält jetzt kurz vor der Brücke.

„Beide Seiten können nicht so geschaltet werden, dass der Verkehr durchfahren kann, weil die Baustellen eine unterschiedliche Länge haben“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat. Und so stehen die Autofahrer Richtung Altena, wenn sie es über die Brücke geschafft haben, erneut in Höhe der katholischen Kirche.

Zudem gibt es Autofahrer, die gern noch weiterfahren, wenn die Ampel längst auf Rot gesprungen ist. „Ich habe auch schon auf der Brücke gestanden und dann fuhr ein 40-Tonner drauf“, erzählt Birgit Tupat von unschönen Erlebnissen. Komplett „Land unter“ ist in Nachrodt, wenn ein Unfall passiert. Rettungsfahrzeuge versuchen dann, über die Ehrenmalstraße auszuweichen.

Netze an der Ehrenmalstraße

Apropos Ehrenmalstraße: Auch dort – zwischen dem scharfen Eck und dem Ehrenmal – wird ein Hang gesichert. Beauftragt ist die Firma Salmen aus Meschede. Dabei wird der Hang mit Beton abgespritzt und damit sogenannte Betonplomben aufgebracht. Sodann gibt es eine Vernagelung und später noch Netze. Die Arbeiten schreiten gut voran, es gab bislang keinen Schlecht-Wetter-Stopp, „aber eine Prognose, wann das fertig ist, kann ich noch nicht abgeben“, so Bauamtsleiter Dirk Röding.

Da viele Autofahrer aufgrund der langen Wartezeiten an den Bahnschranken nun über die Ehrenmalstraße ausweichen (wollen), ist die Hoffnung groß, dass zumindest dieser Bereich bald fertiggestellt ist.

Auch interessant

Kommentare