Verkaufserlös wird reinvestiert

Foto Riedl

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Das Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Nachrodt-Obstfeld stand im Mittelpunkt einer Gemeindeversammlung am Freitag. Sie wurde von Pfarrerin Antje Röse aus Altena geleitet.

In erster Linie erhofften sich Gemeindeglieder Information darüber, wie es mit dem Gebäude als zentralem Treffpunkt sämtlicher Gemeindegruppen künftig weitergeht. Konkretes konnte dazu jedoch noch nicht bekannt gegeben werden. Nach wie vor wird ein Käufer für das Gemeindehaus gesucht.

Noch kein Käufer gefunden

Kirchmeisterin Ursula Decker brachte die Zuhörer per Power-Point-Präsentation auf den aktuellen Stand. „Schon 2005 ist ein Haushaltssicherungskonzept erstellt worden. Damals wurde festgelegt, dass 2010 keine Kosten für das Gemeindehaus mehr anfallen sollen.“ Das Presbyterium beschloss, es im Internet anzubieten. Mehrere Interessenten seien gekommen. Einer habe sogar schon die Finanzierung sichergestellt gehabt, sei dann aber doch noch abgesprungen, berichtete Ursula Decker.

Von einem Verkauf des Pfarrhauses habe das Presbyterium abgesehen. „Würden wir das tun, wäre die Nutzung der Kirche stark eingeschränkt“, weiß Ursula Decker. Das Presbyterium möchte sich deshalb dafür stark machen, neue Gemeinderäume nahe an der Kirche entstehen zu lassen - erste Pläne dafür gibt es schon. Demnach müsste das Pfarrhaus umgebaut und neue Gemeinderäume angebaut werden. „Doch das kann nur zustande kommen, wenn das Gemeindehaus verkauft wird“, betonte Ursula Decker. Der Kaufpreis würde 1:1 in den Um- und Anbau des Pfarrhauses fließen. „Der Vorteil wäre, dass Kirche und Gemeinderäume nebeneinande wären. Das wäre ein zukunftsträchtiges Konzept, das sich an unsere Gemeindegröße anpasst“, so Ursula Decker.

Um die finanzielle Belastung für die Gemeinde deutlich zu machen, nannte die Kirchmeisterin den Zuhörern zwei Zahlen - in 2009 fielen für das Gemeindehaus mehr als 17 600 Euro an und in 2010 wegen des strengen Winters mehr als 21 000 Euro an. „Bei einem Verkauf könnten wir den Winterdienst, Gartenpflege oder Wegreinigung komplett einsparen.“ Weiteres Einsparpotential ergebe sich durch den Neubau, da vorerst keine Reparaturen anfielen, die Heizkosten aufgrund besserer Isolierung geringer seien und weitere Kosten wegen kleinerer Flächen sinken würden. „Das Presbyterium bittet Sie, diese Idee zu begleiten und mutig in die Zukunft zu blicken“, warb Ursula Decker für diesen Anbau-Vorschlag an das Pfarrhaus.

Anbau an das Pfarrhaus

Momentan sei dieser Entwurf allerdings noch reines Gedankenspiel, ergänzte Presbyteriumsmitglied Rolf Stiebing. „Wir müssen jetzt abwarten, was das Denkmalamt dazu sagt. Erst dann können wir weiter sehen.“

Die Sorge der Anwesenden, dass das Gemeindeleben bei einem schnellen Verkauf des Gebäudes womöglich zum Erliegen kommt, konnte Pfarrer Wolfgang Kube ausräumen. Die katholische Kirchengemeinde und eine weitere Organisation hätten ihre Unterstützung zugesagt und würden ihre Räume zur Verfügung stellen. „Für einen geordneten Übergang ist gesorgt“, versicherte der Geistliche. Auch er sprach sich für eine Konzentration von Kirche, Pfarrhaus und Gemeinderäume aus. Bis 2030 sinke die Zahl der Gemeindemitglieder um ein Drittel, 50 Prozent der Finanzkraft fielen weg. Ein Handeln ist demnach also dringend nötig.

War vor ein paar Jahren der Trend der, dass sich das Gemeindeleben von der Kirche entfernte, um auch in anderen Bereichen einer Stadt Gemeindeleben anbieten zu können, so geht dieser Trend seit einiger Zeit wieder zurück zu einem zentralen Punkt, zog Antje Röse abschließend Bilanz.

Von Susanne Riedl

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