Veranstaltungen könnten Türen öffnen

Bei einem Glas Çay, türkischem Tee, diskutierten Bürgermeisterkandidat Gerd Schröder (r.) und Landtagskandidat Michael Scheffler (M.) mit Mitgliedern der Türkisch-islamischen Gemeinde.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Das gegenseitige Kennenlernen, vor allem aber die Frage der Integration stand im Mittelpunkt, als SPD-Bürgermeisterkandidat Gerd Schröder und SPD-Landtagskandidat Michael Scheffler in der vergangenen Woche den Türkisch-Islamischen Kulturverein (DITIB) an der Hagener Straße in Nachrodt besucht haben.

Etwa 30 türkische und türkischstämmig Einwohner der Doppelgemeinde nahmen das Gesprächsangebot der beiden Politiker an und nutzten am vergangenen Donnerstag die Gelegenheit, ihre Anliegen vorzubringen. Für ein Kinderfest möchte der Türkisch-islamische Kulturverein die Lennehalle mieten und trotz im vergangenen Jahr aufgekommener Irritationen möchte er sich wieder am Nawibchen beteiligen. Die Vereinsmitglieder fragten nach Fördermöglichkeiten für ihre Jugendarbeit und regten an, in Nachrodt-Wiblingwerde ein kommunales Kinder- und Jugendparlament zu installieren. Immer wieder gaben sie aber auch ihrem Wunsch nach mehr Integration, nach mehr Partizipation am gemeindlichen Leben Ausdruck.

NRW-Familienministerin Ute Schäfer.

Aus Sicht von Bürgermeisterkandidat Gerd Schröder steht einer stärkeren Beteiligung der muslimischen Bewohner am gesellschaftlichen und politischen Leben in der Doppelgemeinde eigentlich nichts entgegen. „Zumindest habe ich bisher kein offenes Integrationsproblem in unserer Gemeinde festgestellt“, erklärte Schröder im Gespräch mit dem Altenaer Kreisblatt. Aufgefallen sei ihm allerdings, dass der Türkisch-Islamische Kulturverein relativ viel unter sich bleibe, sich im öffentlichen Leben Nachrodt-Wiblingwerdes kaum darstelle. „Durch Veranstaltungen wie zum Beispiel ein internationales Kinderfest könnte man das aber ändern“, so Schröder. Eine solche Veranstaltung könne helfen, Hemmungen abzubauen und Tore zu öffnen.

Auch einem Kinder- und Jugendparlament steht Schröder grundsätzlich offen gegenüber. „Kinder und Jugendliche sind nicht dumm und haben manchmal eine andere Sichtweise als wir Erwachsenen“, könnte er sich durchaus vorstellen, die Meinung der jungen Einwohner in gewisse Entscheidungen einfließen zu lassen. „Man muss nur sehen, wieviele Kinder und Jugendliche an einem solchen Gremium überhaupt Interesse haben“, ist Schröder ein wenig skeptisch, ob sich die Idee in einer kleinen Gemeinde wie Nachrodt-Wiblingwerde überhaupt realisieren lässt.

Landtagsvizepräsidentin Carina Gödecke.

In den nächsten Wochen will Schröder sich noch bei anderen Gruppen und Gruppierungen in der Gemeinde umschauen. Teilweise werden ihn dabei SPD-Spitzenpolitiker aus dem Land begleiten. An diesem Donnerstag (19. April) besucht die NRW-Familienministerin und stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Ute Schäfer den Awo-Kindergarten an der Geschwister-Scholl-Straße. Zwischen 10 und 11.30 Uhr will sie dort mit Erzieherinnen und Eltern ins Gespräch kommen. Thema dürfte dabei sicherlich auch die U3-Betreuung sein, die Rot-Grün weiter ausbauen möchte.

Für Montag, 30. April, hat sich die bisherige Erste Vizepräsidentin des Düsseldorfer Landtags, Carina Gödecke, angesagt. Die SPD-Politikerin aus Bochum, deren Herz nach eigenen Angaben für die Bildungs- und die Jugendpolitik schlägt, ist dann ab 14 Uhr bei der Awo (Hagener Straße 96) zu Gast. Auf kommunalpolitische Frage dürfte die 53-Jährige aber ebenfalls Antworten haben, denn sie war bis zur Auflösung des Landtages Vorsitzende des Ausschusses für Kommunapolitik und damit unmittelbar an der Entwicklung des Stärkungspaktes Stadtfinanzen beteiligt, an dem auch Nachrodt-Wiblingwerde teilnimmt.

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Schröder verspricht nichts

Natürlich sei das auch Landtagswahlkampf, sagt Gerd Schröder. „Die Besuche demonstrieren aber auch, dass wir in Nachrodt-Wiblingwerde mit unseren Problemen nicht alleine sind, sondern auch Kontakte zu den übergeordneten Ebenen haben“, so der Veserder, der den „kurzen Draht“ nach Lüdenscheid, Düsseldorf und Berlin für die Doppelgemeinde nutzen will. ▪ vg

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