Anna Alban: Abschied nach 26 Jahren

Sie nahmen ebenfalls Abschied: Neun Jungen und Mädchen wechseln nach den Ferien vom Awo-Kindergarten in die Grundschule.

Nachrodt-Wiblingwerde - Der Abschied fällt Anne Alban nicht so ganz leicht: Vor gut einem Jahr hätte sich die Leiterin der Awo-Kindertagesstätte in Nachrodt schon in den Ruhestand verabschieden können. Damals schreckte sie der Gedanke: „Ich lasse mir doch kein Datum vorschreiben“, erklärte sie.

Und so blieb die Mendenerin noch in Nachrodt und stemmte mit den Kolleginnen und dem Kollegen die anstehende Erweiterung der vorhandenen Plätze. Ein Bauwagen soll - wie berichtet - die räumlichen Möglichkeiten des Kindergartens erweitern.

Doch nun geht die einjährige Zugabe zuende. Der 25. Juli ist Anne Albans letzter Arbeitstag. „Danke für alles!“, verabschiedete sich eine Mutter nach einem bunten Fest, bei dem sich die ebenfalls scheidenden Vorschulkinder mit einem kräftig gesungenen Lied zu Wort meldeten: „Alle Kinder lernen lesen - Indianer und Chinesen…“

Mehr als ein Vierteljahrhundert ist vergangen, seitdem Anna Alban am 1. Oktober 1991 als Anerkennungspraktikantin in den Kindergarten kam. 40 war sie damals. Die beiden eigenen Kinder waren groß, und so ergab sich die Chance auf einen Berufseinstieg. Schon 1992 konnte Anna Alban eine Gruppenleitung übernehmen.

Was hat sich seitdem geändert in den Familien und den Kindertagesstätten? „Familiär war die Welt damals noch fast in Ordnung“, erinnert sie sich an Zeiten, in denen sich die Lebenssituationen der Kinder in den Familien weit stärker ähnelten als heute. Der Bedarf an Ganztagsbetreuung war noch nicht so groß, und auch die Betreuung für Kinder unter drei Jahren kam erst 2008. Mittlerweile kommen schon Kinder in die Kita, die knapp ein Jahr alt sind.

Dass der Bedarf an Betreuung gestiegen ist, führt Anne Alban auch auf einen Graben zwischen Theorie und Praxis bei der Freistellung von Elternteilen für die Kindererziehung zurück. Sie bestätigt, dass es nicht immer böser Wille sei, wenn Väter es sich beruflich nicht leisten können, für ihre Kinder - zumindest vorübergehend - zuhause zu bleiben.

Nun droht doch der Ruhestand. Der Gedanke, die beruflichen Aktivitäten von 39 Wochenstunden „auf Null“ zurückzufahren, schreckt ein bisschen. „Das ist zu wahr, um schön zu sein“, zitiert Anne Alban den Kartengruß einer Kollegin. Noch gibt es keine Pläne für das Danach, aber immerhin schon mal einen Blick zurück: „Es war absolut spannend, hier zu arbeiten.“

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