264 Unterschriften gegen Stromleitung durchs Dorf

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Im morgendlichen Dunst mutet die Hochspannungsleitung bei Wiblingwerde schon fast schön an, doch im Höhendorf formiert sich Widerstand gegen einen Ausbau mit mächtigeren Masten und höherer Spannung. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die Einwohner von Wiblingwerde wehren sich weiter gegen eine mögliche Höchstspannungsleitung, die mitten durch ihr Dorf führen könnte. Markus te Poel und andere Wiblingwerder haben jetzt Unterschriften gesammelt und ihren Standpunkt in einem Brief an die Arnsberger Bezirksregierung bekräftigt.

Etwa zehn Tage waren die Gegner der 380-kV-Freileitung im Höhendorf unterwegs und haben Unterstützer gesucht. Am Ende hatten exakt 264 Anwohner unterschrieben, die meisten aus den beiden Neubaugebieten Niggenhuser Hof und Über dem Dorfe, „aber auch viele aus dem alten Dorf“, wie te Poel betont. Dabei hätten sie zum Teil auch noch Aufklärungsarbeit leisten müssen. „Manche wussten von den Plänen noch gar nichts“, sagte te Poel, der bekräftigte, dass sich die Unterschriftenaktion keinesfalls gegen die vom Gemeinderat beschlossene Empfehlung richte, mit der Leitungstrasse in Richtung Osten auszuweichen. „Ganz im Gegenteil: Wir wollen den Ratsbeschluss unterstützen und zeigen, dass auch die Bevölkerung voll und ganz dahinter steht“, erläuterte te Poel, der selbst nur etwa 70 Meter von der derzeitigen Stromleitung entfernt wohnt.

Die auch in der Umweltverträglichkeitsuntersuchung präferierte Ost-Variante ist aus Sicht der Wiblingwerder nämlich die einzig akzeptable Trassenführung, wenn sich die Höchstspannungsleitung schon nicht verhindern oder im Boden verlegen lässt. Sollte die vorhandene Hochspannungsleitung ausgebaut werden, befürchten sie nicht nur einen massiven Wertverlust ihrer Grundstücke, sondern auch eine starke Beeinträchtigung der Wohn- und Wohnumfeldqualität. „Schon die Geräuschemmissionen der vorhandenen Trasse stellen für viele Bürger eine erhebliche Beeinträchtigung dar, da diese Trasse an vielen Tagen im Jahr im Nebel beziehungsweise in den Wolken liegt“, heißt es in dem Schreiben an die Bezirksregierung. Zudem seien sie beunruhigt über den gesundheitlichen Einfluss der Magnetfelder im Bereich einer Höchstspannungsleitung.

Nicht zuletzt sehen die Wiblingwerder auch das Landschaftsbild des Erholungsortes dauerhaft beeinträchtigt, würde die Stromleitung mit bis zu 68 Meter hohen Masten demnächst mitten durch ihr Dorf verlaufen. Diese hohen Masten, glauben sie, würden bei der durch das Tal verlaufenden Ost-Trasse nicht so sehr ins Gewicht fallen.

Die 264 Wiblingwerder hoffen nun, dass Arnsberg ihre Bedenken teilt und tatsächlich die östliche Trassenvariante realisiert wird. „Den Energieversorger kostet das vielleicht ein bis zwei Millionen Euro mehr, aber es muss auch Rücksicht auf die Bürger genommen werden“, sagt Markus te Poel. Ihre Interessen wollen die Wiblingwerder nach seinen Worten auch mit letzter Konsequenz vertreten: „Notfalls müssen wir im Planfeststellungsverfahren Einspruch gegen die Trassenführung einlegen.“ ▪ vg

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