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„Wir wollen keine Tiere töten“

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Bei strahlendem Sonnenschein an der Lenne: Thomas Kutschaty mit Bürgermeisterin Birgit Tupat (links) und SPD-Landtagskandidatin Anja Ihme.
Bei strahlendem Sonnenschein an der Lenne: Thomas Kutschaty mit Bürgermeisterin Birgit Tupat (links) und SPD-Landtagskandidatin Anja Ihme. © Fischer-Bolz, Susanne

Diskussionen unter freiem Himmel mit Blick auf Klaras Höhe und direkt vor der B 236-Absperrung gab es am Freitag, 6. Mai, in Nachrodt: Unternehmer der Doppelgemeinde sprachen mit SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty über die Verkehrssituation und ihre Auswirkungen, aber auch über großen Kummer rund um die Bürokratie.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Zuhören ist eine Tugend, die jedem Politiker dringend zu wünschen ist“, soll der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt einmal gesagt haben. Daran kann sich SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty gut messen: Der Mann, der am 15. Mai Hendrik Wüst (CDU) herausfordert und NRW-Ministerpräsident werden möchte, spielte sich am Freitag in Nachrodt nicht selbst in den Vordergrund, sondern hörte sich sämtlichen Kummer an – zur unsägliche Verkehrssituation natürlich, zu den damit verbundenen Logistikproblemen der Unternehmen, aber auch zu augenscheinlich unüberwindbaren Hürden der Bürokratie, die hanebüchene Auswirkungen haben. Von letzteren erzählte sehr eindrucksvoll Dr. Bodo Reinke, Geschäftsführer der Walzwerke Einsal.

„Schmerzhafte Lage“

Direkt vor der B 236-Absperrung an der katholischen Kirche, dann auf dem Parkplatz der ehemaligen Rastatt und schließlich an der Lenne war das Treffen mit Unternehmern, das SPD-Landtagskandidatin Anja Ihme organisiert hatte, eher ein interessanter Austausch bei strahlendem Sonnenschein als eine steife Sitzung mit Tagesordnung. Dass der Einladung die Einzelhändler der Doppelgemeinde nicht gefolgt waren, die zu den am schlimmsten Betroffenen der Vollsperrung gehören, war überraschend. Dagegen waren andere eigens angereist: Benedikt Althaus zum Beispiel, stellvertretender Geschäftsführer vom Landesverband Transport und Logistik. Oder auch Holger Stephan, Prokurist der Logistik-Firma NBTK Ulbrich.

Bürgermeisterin Birgit Tupat gab einen kurzen Überblick über die „schmerzhafte Lage“ von der halbseitigen Sperrung der Lennebrücke bis zum Drama der Felsnase. Dass die Umgebung dennoch schön ist, übersah Kutschaty nicht: „Es ist ein bisschen wie im Urlaub hier“, meinte er mit Blick auf Klaras Höhe. Zuvor hatte er sich allerdings selbst durch die Umleitung quälen müssen.

Absurde Geschichten mit Behörden

Es war aber nicht der Blick auf die plätschernde Lenne, die Thomas Kutschaty zu dem Satz hinriss: „Wasserkraft als regenerative Energie ist viel zu unterbewertet“. Dr. Bodo Reinke berichtete, dass die Walzwerke 25 Prozent ihres Strombedarfs durch erneuerbare Energien decken. „Um die Wasserkraftanlage zu betreiben, braucht man ein ganze Büro mit Aktenordnern.“ Und so eine Turbine müsse auch mal repariert werden. „Wir versuchen dafür seit fünf Jahren die Genehmigung zu bekommen. Wir wollen keine Tiere töten, wir wollen einfach fertig werden. Wir erleben absurde Geschichten mit Behörden“, so Bodo Reinke und bat Thomas Kutschaty, sollte er denn in die Position kommen, dies zu beeinflussen, die Überregulierung abzuschaffen. Und dann könnte er auch gleich, so wünschten es sich die Gesprächspartner des SPD-Spitzenkandidaten, zukünftige Baustellen in der Region dringend abstimmen. Alles gleichzeitig zu sperren, sei fatal.

Dringende Investitionen

Lars Wygoda von der Provinzial-Versicherung sprach über das Thema Nachhaltigkeit, über dringende Investitionen für Straßen, Brücken, Gebäude. „In den letzten Jahrzehnten gab es den Blick aufs Ruhrgebiet, auf Köln. Dass wir hier als ländliche Region zu den stärksten Wirtschaftsstandorten Europas zählen, wurde vergessen“, so Lars Wygod

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