Netzausbau Veserde: "Wir sind auf der Zielgeraden"

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Nachrodt-Wiblingwerde - Böse Zungen behaupten, es liege am Ende der Welt. Wahr ist: Veserde ist mitten in der Idylle. Dass ein Netzausbau genau dort geplant ist, findet Dr. Eva-Maria Ritter überhaupt nicht ungewöhnlich. Auch andere Orte „weit vom Schuss“ – wie Lauchringen, Großbottwar Winzerhausen, Niederkrüchten, Dormagen-Delrath, Bad-Salzuflen-Retzen, Grünberg und Haltern-Flaesheim – würden netztechnisch versorgt, wie die Pressesprecherin von Unitymedia im AK-Gespräch erzählt.

„Nur Wörden können wir nicht anschließen. Es ist aufgrund der wenigen Haushalte nicht versorgbar.“ „Die Bürgermeisterin ist rührig, hat es angestoßen. Und dann gibt es noch einen Bauunternehmer, der den nötigen Graben zieht, und uns als Betreiber, der das realisieren kann. Drei Fakten zum Erfolg“, so Dr. Eva-Maria Ritter zum technischen Fortschritt in Veserde.  Und sofern die Vorvermarktung von 72 Verträgen insgesamt erreicht werde, sei mit einem Ausbauzeitraum ab Spatenstich von sechs bis zwölf Monaten zu rechnen. „Das klappt bestimmt“, ist Ritter guter Dinge. Mit Recht. „Wir sind auf der Zielgeraden, haben die 70 geknackt“, freut sich Bürgermeisterin Birgit Tupat.

 Im Moment haben die Veserder Internet hauptsächlich über das System LTE, das über die alten Fernsehfrequenzen funktioniert. „Das Problem ist, dass es hier und dort überlastet ist“, sagt Gerd Schröder, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzende und Anwohner in Veserde. „Einige gehen auch über Satellit ins Internet, aber es ist sehr teuer“, so Schröder, der es durchaus als Segen empfinden würde, wenn der Netzausbau in Veserde über die Bühne ginge. „Internet ist keine Spielerei mehr. Viele sind darauf angewiesen. Gewerbetreibende, aber auch Menschen, die beruflich vieles von zu Hause machen und sich dann in das System der Firma einwählen. Auch Studenten brauchen es.“ Nachrodt Wiblingwerde ist aktuell zu 70 Prozent durch Unitymedia erschlossen.

 Dass alle Hurra schreien, ist allerdings nicht so. Seit vielen Wochen gibt es Probleme mit Telefon- und Internetanschlüssen, von denen auch die Pressesprecherin mittlerweile gehört hat. „Wir werden jeden Einzelfall prüfen“, verspricht sie. Mit der Ausbau- und Modernisierungsoffensive will Unitymedia dazu beitragen, die von der Europäischen Kommission ausgerufenen Breitbandziele zu erreichen und zu übertreffen. Bis 2020 sollen 50 Prozent der EU-Bürger eine Internetgeschwindigkeit von 100 Mbit/s nutzen können.

 „Durch den kontinuierlichen Netzausbau ist das Unitymedia Coax-Glasfaer-Kabel in der Lage, Download-Geschwindigkeiten von aktuell bis zu 400 Mbit/s zu erreichen, der vielfachen Geschwindigkeit von VDSL. Künftig werden auch Geschwindigkeiten im Gigabit-Bereich möglich sein“, macht Dr. Eva-Maria Ritter viel Werbung fürs eigene Unternehmen. Der nachträgliche Ausbau in der Region sei dabei eine tragende Säule des mehrstufigen zukunftsweisenden Breitbandausbau-Konzeptes. „Neben dem Netzausbau in der Fläche forcieren wir in unserer Breitbandoffensive auch den Geschwindigkeitsausbau und die Verfügbarkeit mobiler Internet-Zugänge“, so Ritter. Das Unternehmen erreicht mittlerweile 12,8 Millionen Haushalte in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg.

Übrigens: Bis zum Ortseingang Veserde wird Glasfaser gelegt. Ab dort bis zu den Häusern legt Unitymedia dann ein eigenes Kupferkoaxialkabel. Das Unternehmen greift nicht auf das Telefonkabel zurück. „Natürlich muss das Unternehmen dann auf die Grundstücke, aber das wird nach Absprache mit den einzelnen Bürgern gemacht“, sagt die Bürgermeisterin. Alle Fragen sollen im Rahmen eines Informationsabends am 25. Januar ab 18.30 Uhr im Schlosshotel Holzrichter beantwortet werden. Dafür werden Einladungen verschickt.

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