Glasfaser bis ins Haus jetzt auch in Wiblingwerde

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Frank Schubert von Unitymedia und Bürgermeisterin Birgit Tupat.

Nachrodt-Wiblingwerde - Mit Zurückhaltung kommt man nicht voran. Das könnten sich die Bürger und Bürgerinnen aus Wiblingwerde gedacht haben, die sich jetzt doch für Highspeed-Internet entschieden haben. Lange Zeit war die Stimmung eher zögerlich, doch nun kann der Netzausbau starten. Aktuell versorgt Unitymedia 120 Haushalte im Ort mit Highspeed-Internet – zukünftig werden es 228 Haushalte sein, die über sogenanntes „Fiber-to-the-Building“ Zugang via Glasfaserkabel bekommen.

„Die ersten Anfragen zum Thema hatten wir 2014 an der Kolpingstraße“, erzählt Bürgermeisterin Birgit Tupat von einem Anliegen, das drei Jahre später nun in den Stiel gestoßen wird. Dass das Projekt mächtig angeschoben werden musste, zu einer Infoveranstaltung zunächst nur 80 Bürger gekommen waren (bei 370 Einladungen), Unitymedia-Mitarbeiter mit einem Infobus im Höhendorf standen, und auch der Wiblingwerder Martin Neumann einen Abend für Interessenten ausrichtete, spielt heute keine Rolle mehr.

Fakt ist: Die gewünschte Anzahl der Verträge wurde zwar nicht ganz erreicht, aber „wir liegen knapp davor und sind mehr als zufrieden, insbesondere auch, weil höherwertige Verträge dabei sind“, sagt Frank Schubert, Key Account Manager bei Unitymedia. Für die Breitbanderschließung werden knapp vier Kilometer Leitungen im Tiefbau verlegt. Die Investitionssumme liegt für Unitymedia bei 525000 Euro. Die Bürger zahlen für einen Anschluss 459 Euro und bekommen Glasfaser bis ins Haus.

 Glasfaser ist zur Übertragung großer Informationsmengen prädestiniert und gilt als das Medium schlechthin für heutige und künftige Highspeed-Netzer. Dabei sehen die kleinen Röhrchen, in denen die Glasfaser eingeblasen werden, fast unspektakulär aus, wie sie eng beieinanderliegend zur Demonstration mitgebracht wurden.

 Und so kann zukünftig auch im Dorf gesurft werden – mit bis zu 400 Mbit/s. Erster Spatenstich ist Anfang 2018 – wenn die Witterung es erlaubt und es keinen extremen Winter gibt. Die Bauzeit wird etwa sechs bis sieben Monate dauern. Unitymedia hat augenscheinlich das Ländliche für sich entdeckt. „Andere Unternehmen vernachlässigen das. Aber natürlich muss es auch wirtschaftlich sein“, sagt Frank Schubert und erzählt stolz, dass das Netz von Unitymedia zukünftig 2500 Haushalte in der Doppelgemeinde versorgt.

 Für Bürgermeisterin Birgit Tupat ist der Netzausbau eine Herzensangelegenheit. „Schnelles Internet ist für die Bürger und für die Gewerbetreibenden im heutigen digitalen Zeitalter unabdingbar.“ Dabei dürfte es für sie persönlich schlecht aussehen. Denn in Rennerde ist schnelles Internet noch reine Zukunftsvision. Immerhin wurden beim Ausbau der Serpentinen bis zum Salzlager Leerrohre verlegt. Auch Eilerde, Brenscheid und Herlsen sind aktuell netztechnisch noch eine Wüste. Doch in Herlsen gibt es eine nicht genutzte Wasserleitung. Ob da was geht?

„Man wird nicht jeden erreichen können“, sagt Frank Schubert. Mit Birgit Tupat ist er sich einig, dass auch das Förderprogramm des Bundes aktuell nicht den erhofften Segen bringt. Allerdings ist Schubert da natürlich nicht ganz objektiv, sagt aber, dass von den 2,3 Milliarden bis jetzt gerade mal eine Million Euro abgerufen worden seien. Das Ausschreibungsverfahren sei viel zu langatmig. Das Bundesförderprogramm für den Breitbandausbau wurde 2015 beschlossen. Ziel ist (war) es, bis 2018 hochleistungsfähige Breitbandnetze in unterversorgten Gebieten zu errichten. Man spricht von einen flächendeckenden Ausbau mit 50 Mbit pro Sekunde. Bürgermeisterin Birgit Tupat setzt da eher auf Eigeninitiative der Gemeinde.

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