4348 Wildschweine: Jäger melden Rekordstrecke

Franz Graf von Plettenberg als Leiter des Bundesforstbetriebs Lausitz berichtete über seine Erfahrungen mit dem Wolf.

Nachrodt-Wiblingwerde - Ob nun der Wolf, die Afrikanische Schweinepest oder die geplante Änderung des „ökologischen Jagdgesetzes“: Die Mitgliederversammlung der Märkischen Kreisjägerschaft im Schlosshotel Holzrichter hatte am Freitagabend eine volle Tagesordnung zu bieten.

Zunächst begrüßte die 1. Vorsitzende Maria Watermann mit Bürgermeisterin Birgit Tupat, dem stellvertretenden Landrat Detlef Seidel und dem Landtagsabgeordneten Gordan Dudas die Ehrengäste. Letztere gingen in ihren Grußworten auch auf die Novellierung des „nachhaltigen“ Jagdgesetzes ein, das für die zweite Jahreshälfte erwartet wird. 

Während sich Dudas als Teil der abgelösten Rot-Grünen Landesregierung durchaus Kritik aus den Reihen der Versammlung anhören musste, versuchte Bernd Schmitt als Leiter des Forstamts Lüdenscheid eine sachliche Einordnung: „Ich möchte der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass es gelingen möge, ein Jagdgesetz zu entwickeln, das modernen Anforderungen in der Jagdpraxis entspricht, aber auch den bewährten Grundsätzen der Jagdethik Raum gibt“.

 Selbstkritisch merkte Gordan Dudas an, dass er seinerzeit von vielen Punkten nicht überzeugt gewesen sei, obwohl er diese in der Koalition habe mittragen müssen. Neben der Politik war auch die Jagdbilanz des vergangenen Jahres ein Thema. Bevor Bernd Schmitt aus Sicht der Jägerschaft durchaus beeindruckende Zahlen präsentieren konnte, merkte er an, dass dies angesichts von Nebel, Regen und nur minimalen Sonnenstunden alles andere als selbstverständlich gewesen sei. 

Dennoch: „Während im Jagdjahr 2016/2017 insgesamt 2698 Sauen zur Strecke kamen, hat sich diese Zahl im abgelaufenen Jahr mit 4348 Stücken um mehr als 60 Prozent erhöht, also um 1650 Stück“. Eine solche Strecke sei bisher im Kreis noch nicht zu verzeichnen gewesen. Der bislang gültige Spitzenwert war mit 3261 erlegten Schwarzkitteln im Jahr 2008 erreicht worden. Darüber hinaus wurden die Strecken für Rot-, Damm, Muffel- und Rehwild, sowie für Hasen, Wildkaninchen oder Waschbären dargelegt. Auch das Ergebnis der jetzt abgelegten Jägerprüfungen gab Schmitt bekannt. 

Von 57 Prüflingen hätten 40 Personen das „grüne Abitur“ bestanden. Darüber hinaus stand auch die Ehrung verdienter Mitglieder an. Die Verdienstnadel in Gold des Landesjagdverbandes erhielt Frank Eifler. Mit einer DJV-Nadel in Silber wurden Dr. Mathias Dunkel, Werner Dittrich und Detlev Winkhaus geehrt. Die LJV-Nadel in Silber ging an Marc Schwarzelühr, Dirk Hoppe, Hartmut Tengler, Christof Schäfer, Thomas Kroll-Bothe, Stephan Homert, Mike Hortmann und Dirk Basse.

Das silberne Jagdhorn können sich Werner Becker, Bernd Holletzek und Alexander Heese ans Revers heften. Als Letztes verlieh die Kreisjägerschaft ihre Verdienstnadel in Bronze an Bernhard Schwind, Axel Düring und Heinz-Günter Rittinghaus. In seinem Referat berichtete Franz Graf von Plettenberg als Leiter des Bundesforstbetriebs Lausitz über seine Erfahrungen mit dem Wolf.

Während es in Europa rund 20.000 Tiere gibt, berichtete der Referent von 16 Paaren in seinem Bereich. Und auch wenn der Wolf ein emotional besetztes Tier sei, seien nur 0,1 Prozent oder 169 aller in Sachsen registrierten Schafe (rund 131.000) von einem Wolf getötet worden.

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