Auf Blühstreifen und Insektenwiesen

Ungebetene Blumenpflücker treiben ihr Unwesen

Eine Blühwiese ziert den Rand des Felds von Landwirtin Regina Weustermann.
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Eine Blühwiese ziert den Rand des Felds von Landwirtin Regina Weustermann.

Selbst Schilder helfen nicht: Immer wieder bedienen sich Blumenpflücker an Blühstreifen und Wildblumenwiesen - und stehlen Insekten damit die Nahrung. Landwirtin Regina Weustermann schickt einen Appell an die Pflücker.

Nachrodt-Wiblingwerde – Erstens ist es ärgerlich und zweitens auch noch schlecht für die Insekten: Blumenpflücker haben die Sonnenblumen und Wildblumen ausgerupft, die Landwirtin Regina Weustermann für einen Blühstreifen gepflanzt hat. Auf dem Weg nach Brenscheid auf der ganzen Länge des Feldes haben sich sehr viele Leute bedient. Für das heimische Wohnzimmer wahrscheinlich.

Auch Schilder „Bitte lasst die Blumen für die Insekten steh’n, Ihr könnt doch zum Floristen geh’n“ haben am Blumenklau nichts geändert. „Ausgerupft, abgepflückt, kaputt auf die Erde geschmissen. Das ganze Programm“, erzählt Regina Weustermann traurig. Die Blühstreifen für die Insekten liegen ihr sehr am Herzen. „Wir haben selber Bienen“, sagt die Landwirtin, „und haben in den letzten Jahren gemerkt, wie sie gelitten haben.“ Den Blumenpflückern scheint dies egal zu sein.

Aktiv für den Insektenschutz

Auch in Nachrodt zerstörten Unbekannte ein kleines Naturparadies und pflückten immer wieder die Wildblumen rund um das Insektenhotel. Den Tieren wird die Nahrung weggepflückt. Bienen und andere Insekten finden immer weniger Orte, um Nahrung zu finden. Der Natur etwas Gutes tun zu wollen, das steht auch für viele Landwirte außer Frage. Schon vor zwei Jahren hatte sich Regina Weustermann an der Aktion „Blühendes Band durch Bauernhand“ beteiligt. Die Mischungen sind so angelegt, dass immer etwas blüht – vom Frühjahr bis Herbst.

Und auch, wenn die Versuchung vielleicht groß ist, es gilt: Es ist laut Naturschutzgesetz verboten, „Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten“ sowie ihre „Lebensstätten ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören“. Das gilt für alle Arten und Gattungen.

„Deutschland summt“ für mehr Schutz

Die Aktion „Deutschland summt! Stiftung für Mensch und Umwelt“ macht deutlich, worum es besonders geht: „Rund 80 Prozent aller Pflanzen sind auf eine Fremdbestäubung angewiesen und davon werden wieder 80 Prozent durch Wild- und Honigbienen bestäubt. Es gibt in Deutschland mehr als 560 Wildbienenarten, davon sind aber 40 Prozent in ihrem Bestand bedroht.

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