Unendliche Geschichte

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Die Blauröcke sind dabei, Malerarbeiten im Altbau durchzuführen. Seit rund fünf Wochen läuft diese Aktion schon. Das Innere des Altbaues ist nicht wiederzuerkennen. -

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Langsam, aber sicher – so hoffen zumindest die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr der Löschgruppe Wiblingwerde – gehen die Arbeiten am neuen Um- und Anbau am Feuerwehrgerätehaus zu Ende. Nach über einem Jahr Bauzeit ist das Gebäude noch immer nicht ganz fertig gestellt.

Zahlreiche Pannen und mangelnde Kommunikation zwischen den am Bau beteiligten Firmen ließen die Wehrmänner schon fast verzweifeln. „Was wir hier alles erleben mussten, dass kann sich kein Mensch vorstellen“, sagt Gerhard Panne, zum damaligen Zeitpunkt noch Gemeindebrandinspektor. Da sei Estrich aufgetragen worden, der jedoch rund acht Zentimeter zu niedrig angesetzt wurde. Der zweite Auftrag sei dann knapp einen Zentimeter zu hoch gewesen. Der Fliesenleger habe den überschüssigen Teil dann abschleifen müssen.

Arbeiten, deren Ende durch den beauftragten Architekten angekündigt wurden, konnten zum Teil noch nicht einmal begonnen werden, weil die zuvor tätige Baufirma mit ihrer Arbeit in Verzug war.

Von einem besonderen „Höhepunkt“ im baulichen Chaos berichtet Löschgruppenführer Ernst-Jörg Pühl. Dabei ging es um die Stromzuleitung. Nachdem der Anbau komplett stand, stellte ein beauftragter Elektriker fest, dass die Stromspannung für die Zwecke der Feuerwehr bei weitem nicht ausreichte. Daher musste dieses Gewerk von der Gemeindeverwaltung neu ausgeschrieben werden. Obwohl diese erheblich „Druck“ machte, verzögerten sich die Arbeiten erneut. Im Ergebnis musste ein Graben ausgehoben werden, der jetzt am Anbau vorbeiführt. Hier hinein werden nun die Stromanschlüsse gelegt. „Es ist unglaublich“, so Pühl. „Wir haben mehrfach schon gedacht, dass das Gerätehaus nie fertig wird.“

Während der gesamten Zeit jedoch haben die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr weiterhin ihren Dienst versehen. „Und das unter Umständen“, so Panne, „die man gar nicht beschreiben kann.“ Zum Teil standen weder die Toiletten zur Verfügung noch funktionierte die Heizung. Der Schulungsraum war nicht zu benutzen, weil sich dort die neuen Schränke befanden, die eigentlich schon längst hätten eingebaut werden sollen.

Mittlerweile jedoch haben die Wehrleute damit begonnen, die Malerarbeiten im Altbau durchzuführen. Seit rund fünf Wochen läuft diese Aktion schon. Das Innere des Altbaues ist nicht wieder zu erkennen. Das gesamte Gebäude einschließlich der Fahrzeughalle wurde gestrichen und tapeziert. Mehrere hundert Stunden haben die Männer zwischenzeitlich schon in die Eigenleistung investiert. Da der größte Teil der Blauröcke berufstätig ist, können die Arbeiten jedoch erst in den Abendstunden durchgeführt werden. Es war daher in den vergangenen zwei Wochen häufiger der Fall, dass noch bis weit nach Mitternacht „gewerkelt“ wurde. Es sei erstaunlich, so Panne und Pühl unisono, mit welcher Motivation die Feuerwehrmänner die Arbeitten erledigen. Aber vielleicht läge es daran, dass nun ein Ende in Sicht ist. Wann jedoch das Feuerwehrgerätehaus endgültig fertig gestellt sein wird, ist noch offen. Allzu lang jedenfalls kann es offenbar nicht mehr dauern. - hb

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